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14:55 28.12.2017
Früh übt sich: Dre Mädchenchor Hannover beim Neujahrskonzert in der Staatsoper. Quelle: Katrin Kutter
Hannover

 Eigentlich sind Walzer längst aus der Mode gekommen, aber als Symbol eines rauschendes Fests sind sie immer noch bestens zu gebrauchen. Und was eignet sich besser als ein schwungvoller Dreiviertelrhythmus, der ja auch eine musikalische Umsetzung des geometrischen Kreises ist, um dem Wunsch Klang zu verleihen, dass alles rund laufen möge für den, der ihn hört und spielt? In jedem Fall gehören die Werke von Johann Strauß und seinen Nachfolgern auf das Programm vieler Konzerte, mit denen traditionell das neue Jahre begrüßt wird.

Das Neujahrskonzert der Wiener Phiharmoniker aus dem blumengeschmückten Goldenen Musikvereinssaal der Walzermetropole ist so beliebt, dass es weltweit im Fernsehen übertragen wird – ungeachtet der Tatsache, dass diese Tradition 1939 auf Wunsch von Adolf Hitler begründet wurde. Auch die vielerorts verbreitete Gepflogenheit, am Sylvesterabend Beethovens neunte Sinfonie aufzuführen, wurde während der Nazizeit verfestigt. Die Wurzeln solcher musikalischen Beschwörung des Jahreswechsels allerdings sind wesentlich älter – und nicht an ein bestimmtes Repertoire gebunden.

In Hannover etwa sucht man die Neunte am letzten Tag des Jahres vergeblich. Hier haben sich längst eigene Traditionen herausgebildet. Die Reihe „Bach statt Böller“ etwa ist nicht nur wegen des griffigen Namens, sondern auch wegen der Qualität der Aufführungen bestens bewährt. In diesem Jahr führen die Capella St. Crucis und das Barockorchester La festa musicale Bachs h-Moll-Messe am 31. Dezember um 18 Uhr in der Neustädter Hof- und Stadtkirche auf. Bereits um 17 Uhr beginnt das Sylvesterkonzert der Hannoverschen Hofkapelle in der Orangerie Herrenhausen. Im Funkhaus beginnt um 20 Uhr ein Gastspiel mit einer „Belcanto Operngala“, während der Posaunist Mikael Rudolfsson nach seinem Auftritt in der Marktkirche wohl gleich mit Organist Ulfert Smidt anstoßen wird: Das Sylvesterkonzert der beiden Musiker beginnt um 22 Uhr.

Bei den Neujahrskonzerten hat sich das Niedersächsische Staatsorchester bei seinen Auftritten in der Oper bereits vor einigen Jahren von reinen Walzer-Programmen verabschiedet: Die Konzerte um 12 Uhr und 19 Uhr stehen unter dem Motto „Ouvertüre“, und so servieren die Musiker unter Leitung von Joseph R. Olelfirowicz am ersten Tag des Jahres auch vor allem Vorspiele. Traditionell gegen den Strich gebürstet ist das Neujahrskonzert á la Valentin mit dem Neuen Ensemble: Ab 11.30 Uhr gibt es in der Kestnergesellschaft neben druckfrischen Werken zeitgenössischer Komponisten auch Rollmops und Mauricio Kagels „Märsche, um den Sieg zu verfehlen“. Lupenreine Strauß-Walzer sind in der „Wiener Operetten Gala“ um 17 Uhr im Funkhaus zu hören, um 20 Uhr gibt es im Schauspielhaus ein Konzert unter dem nostalgisch-bescheidenen Motto „Ich brauche keine Millionen..." mit der Berliner Schauspielerin Winnie Böwe und einem Salonorchester.

Mehr Walzer gibt es beim bewährten Neujahrskonzert der Langenhagener Symphoniker mit Ernst Müller am 2. Januar, 19 Uhr, im Theater am Aegi, beim „Wiener Johann Strauß Konzert“ am 6. Januar, 20 Uhr, im Kuppelsaal sowie beim Neujahrskonzert von Justus Frantz’ Philharmonie der Nationen am 10. Januar, 20 Uhr, im Kuppelsaal und natürlich beim Auftritt von André Rieu mit seinem Orchester am 11. Januar, 20 Uhr, in der Tui-Arena.

Ein besonderes Neujahrskonzert ist am Freitag, 12. Januar, ab 19 Uhr im Funkhaus zu hören: Die NDR Radiophiharmonie spielt eine konzertante Aufführung von Johann Strauß’ Operette „Die Fledermaus“. Lawrence Foster dirigiert ein Sängerensemble um Elisabeth Kulman als Prinz Orlofsky und Nikolai Schokoff als Eisenstein. Bass-Legende Kurt Rydl, inzwischen 70 Jahre alt, ist als Frosch zu erleben. Paralell zum Konzert wird diese „Fledermaus“ auch für eine CD-Produktion eingespielt.

Am Sonntag, 14. Januar, ist der Mädchenchor Hannover mit seinem Neujahrskonzert in der Staatsoper zu Gast. Mit von der Partie sind das Ensemble Oktoplus und Stockholm Chamber Brass. Auf dem Programm stehen Werke von Max Reger, Bohuslav Martinů und dem schwedischen Komponisten Frederik Sixten, Beginn ist um 11.30 Uhr.

Von Stefan Arndt

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