Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Kultur "Singende Nonne" wird 60
Nachrichten Kultur "Singende Nonne" wird 60
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
12:41 12.11.2015
Vor 30 Jahren gelang ihr in "Die Farbe Lila" der große Durchbruch, jetzt wird Whoopi Goldberg 60 Jahre alt.  Quelle: dpa
Anzeige
New York

Die Rolle, die das Leben von Whoopi Goldberg für immer verändern sollte, hätte die US-Schauspielerin beinahe gar nicht angenommen. Starregisseur Steven Spielberg sah Goldberg als Stand-Up-Komikerin und bot ihr die Hauptrolle in dem Südstaaten-Drama "Die Farbe Lila" an. "Zuerst habe ich abgelehnt", erzählte die Schauspielerin, die am Freitag, 13. November, 60 Jahre alt wird, einmal in einem Interview. "Niemand will sich blamieren." Dann ließ sie sich doch noch überzeugen - und wurde mit einer Oscar-Nominierung für die beste Hauptrolle belohnt.

Es war nur der Auftakt einer Traumkarriere. Fünf Jahre später wurde Goldberg erneut für den Oscar nominiert, diesmal für die beste Nebenrolle in dem Drama "Ghost - Nachricht von Sam", und diesmal bekam sie ihn auch. Als singende Nonne verkleidet zeigte Goldberg in "Sister Act - Eine himmlische Karriere" kurz darauf ihre komische Seite und schaffte endgültig den Durchbruch. Eine Zeit lang galt sie damals als die am besten verdienende Schauspielerin der Welt. Bis heute ist die Vorkämpferin die einzige schwarze Frau, die sowohl einen Oscar, als auch einen Grammy, einen Tony und einen Emmy gewonnen hat.

Anzeige

Ihre Äußerungen sind oft umstritten

Rund 20 Jahre nach "Sister Act" arbeitet Goldberg nur noch selten als Schauspielerin, und wenn, dann in eher kleinen Produktionen. "Ich habe es extrem reduziert", sagte sie jüngst dem britischen "Guardian". "Aber ganz aufgehört habe ich nicht. Was würde ich denn sonst tun?" Aus der Öffentlichkeit verschwunden ist die Frau mit der rauen Stimme und den Dreadlocks allerdings bei weitem nicht. Goldberg hat zu allem eine Meinung und äußert sie auch lautstark, zum Beispiel als Moderatorin der US-Talkshow "The View".

Ihre Äußerungen sind oft umstritten. So verteidigte sie beispielsweise ihren Kollegen Mel Gibson, der wegen rassistischer Äußerungen in die Kritik geraten war, den Regisseur Roman Polanski, dem Vergewaltigung einer Minderjährigen vorgeworfen wird, und den Comedian Bill Cosby, dem mehr als 50 Frauen sexuellen Missbrauch anlasten. Die Unterstützung Cosbys zog sie danach jedoch wieder zurück. "Was ist mit Whoopi Goldberg passiert?", fragte die "Washington Post" angesichts all dieser verqueren Äußerungen. "Könnt Ihr Euch noch an eine Zeit erinnern, in der sie nicht enttäuscht hat?"

Von der Straße auf die Leinwand

Goldberg musste sich in ihrem Leben schon immer lautstark behaupten. Geboren wurde sie als Caryn Elaine Johnson als Tochter einer Krankenschwester und Lehrerin und eines Geistlichen in einem sozialen Wohnungsbau in Manhattan. Ihre Mutter zog sie alleine auf, Goldberg schmiss die Schule, lebte eine Zeit lang auf der Straße, nahm Drogen und schlug sich mit verschiedenen Jobs durch.

Auch ihr eigenes Familienleben stabilisierte sich nie richtig. Dreimal war Goldberg verheiratet, dreimal ließ sie sich wieder scheiden. Ihre einzige Tochter Alexandrea wurde mit 14 Jahren schwanger. "Das war ziemlich verblüffend. Aber ich habe gesagt: "OK, lass uns zusammenhalten und das hinbekommen." Das Baby kommt zu Goldbergs Mutter, während Alexandrea ebenfalls eine Filmkarriere startet.

Gemeinsam mit ihrer Mutter steht sie in "Sister Act 2 - In göttlicher Mission" vor der Kamera. Inzwischen hat Alexandrea drei Kinder und lebt als Köchin in Kalifornien. Die Beziehung zu ihrer Tochter sei gut, sagt Goldberg - auch wenn sie ihr von der Filmkarriere dann doch abgeraten habe. "Sie ist eine furchtbare Schauspielerin. Ich habe ihr gesagt: "Vielleicht ist es einfach nichts für dich."

dpa

11.11.2015
11.11.2015
Kultur „Ganze Kerle voll im Takt“ - Spengemann probt für Boulevardkomödie
Ronald Meyer-Arlt 11.11.2015