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Kultur Winter gefährdet Eröffnungsfeier der neuen Kulturhauptstadt Europas
Nachrichten Kultur Winter gefährdet Eröffnungsfeier der neuen Kulturhauptstadt Europas
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13:15 07.01.2010
Blick auf die beleuchtete Zeche Zollverein in Essen, Nordrhein-Westfalen. Quelle: ap
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Der für das Wochenende befürchtete Schneesturm könnte zum Debakel für die neue Kulturhauptstadt Europas, das Ruhrgebiet, werden. Das Organisationskomitee Ruhr 2010 schloss am Donnerstag eine Verschiebung der Eröffnungsfeier nicht mehr aus. „Für die gegenwärtig unwahrscheinliche Situation eines Jahrhundert-Schneesturms gibt es, wie bei jeder Großveranstaltung üblich, einen Notfallplan. Dieser sähe die Verlegung des Festaktes auf einen späteren Zeitpunkt vor“, berichteten die Macher am Donnerstag.

Das Problem: Die seit Monaten geplante Auftaktveranstaltung unter dem Motto „Wir sind das Feuer“ soll auf einer Freilichtbühne auf dem Gelände der zum Weltkulturerbe gehörenden Zeche Zollverein stattfinden. Redner, Musiker und Zuschauer sind dort gleichermaßen den Unbilden des Wetters ausgesetzt. Zu der Veranstaltung werden unter anderem Bundespräsident Horst Köhler und der Präsident der EU-Kommission José Manuel Barroso erwartet. Sänger Herbert Grönemeyer will bei dem Festakt seine neue Revier-Hymne „Komm zur Ruhr“ präsentieren.

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Organisationschef Fritz Pleitgen sagte nach Angaben der „Westdeutschen Allgemeinen Zeitung“, für den Fall eines Jahrhundert-Blizzards sei eine Verschiebung der feierlichen Eröffnung von Samstag auf Sonntag denkbar. Am Charakter der Freilichtveranstaltung will er aber nicht rütteln. „Wir wollen mit schönen Bildern, eben mit der Kulisse der Zeche, Zeichen setzten“, zitierte ihn das Blatt.

Kulturfest findet auf jeden Fall statt

Doch hoffen die Veranstalter noch, dass das Wetter ihnen keinen Strich durch die Rechnung macht. Sie seien fest entschlossen, die Eröffnung der Kulturhauptstadt Europas - den Festakt und das anschließende zweitägige Kulturfest - wie geplant durchzuführen, betonten die Veranstalter am Donnerstag. „Die Vorbereitungen laufen bei uns planmäßig weiter“, erklärte Pleitgen. Das Kulturfest auf Zollverein werde auf jeden Fall stattfinden, selbst wenn die Eröffnungsfeier verschoben werden müsse.

Zum ersten Mal ist mit dem Ruhrgebiet eine ganze Metropolenregion mit 5,3 Millionen Bewohnern als Kulturhauptstadt Europas ausgewählt worden. Essen und die 52 anderen Städte des Ruhrgebiet wollen das „Hauptstadtjahr“ nutzen, um endlich das Image von Kohle und Stahl, von grauen Städten und harter Maloche abzuschütteln und auf das große kulturelle Angebot des Reviers hinzuweisen. Dafür stehen den Machern rund 62,5 Millionen Euro zur Verfügung. Geplant sind insgesamt 300 Projekte und 2.500 Veranstaltungen, zu denen fünf Millionen Besucher erwartet werden.

Das geplante Programm für das Hauptstadtjahr reicht von spektakulären Ausstellungen mit Kunst der klassischen Moderne, über die Uraufführung der neuen Oper des Star-Komponisten Hans Werner Henze bis zu einem Massenpicknick auf der eigens gesperrten Autobahn A 40 im kommenden Sommer.

ap