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Kultur Zoe Saldana in „Colombiana“ auf feurigem Rachefeldzug
Nachrichten Kultur Zoe Saldana in „Colombiana“ auf feurigem Rachefeldzug
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15:11 16.09.2011
Zoe Saldana ist in „Colombiana“ auf einem feurigen Rachefeldzug. Quelle: Universum
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Man nehme eine rachsüchtige, sexy Frau, ziehe ihr möglichst wenig an, drücke ihr jede Menge Waffen in die Hand und werfe ihr immer wieder ein Paar Männer zum Abschuss vor. Nach diesem Rezept lässt Regisseur Olivier Megaton („Transporter 3“) in seinem neuen Film „Colombiana“ Hauptfigur Cataleya so heiß werden, bis sie innerlich brodelt und eine Luxusvilla mit mehr Wachpersonal als Zimmern in Schutt und Asche legt. Kaum vorstellbar, dass eine Schauspielerin in einer solchen Konstellation ihr Talent zeigen kann - genau das aber hatte Megaton für Zoe Saldana („Avatar“, „Sterben will gelernt sein“) mit der Besetzung gewollt, heißt es im Presseheft.

Der 33-Jährigen mit Wurzeln in der Dominikanischen Republik gelingt es tatsächlich, die gespaltene Persönlichkeit Cataleyas darzustellen. Zerbrechlich und einsam nach dem Mord an ihren Eltern bindet sie sich an ihren Onkel Emilio, einen Auftragsmörder, dem sie schon als Kind erklärt: „Ich möchte ein Killer werden.“ Was stark an „Léon - Der Profi“ erinnert, ist von Megaton auch als Hommage gedacht. Luc Besson führte damals Regie, bei „Colombiana“ zählt er zu den Produzenten.

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Als Emilio Cataleyas tödlichen Feldzug gegen das Drogenkartell durchschaut, das dem Mädchen mit neun Jahren die Familie nahm, kommt es zum Zerwürfnis - und zum ersten Mal fließen bei Cataleya Tränen. Ängstlich weist sie auch stets persönliche Fragen ihres Freundes zurück, verschwindet, wenn er hinter ihre harte Fassade schauen will.

Diese kalte und zielstrebige Seite zeigt Saldana, wenn ihre Figur - eine Art Latino-Version von Lara Croft - auf blutrünstige Tour geht. Mit verbissener Miene will sie mehr als 30 mal nur den Tod. Dabei kommen mitunter unkonventionelle Mordwaffen wie Hunde und Haie zum Einsatz. Dahinter steckt viel Vorbereitung: Das leise Heranschleichen an Opfer guckte sich Saldana mit stundenlangen Naturdokumentationen bei Tieren ab. Für den Mord an Cataleyas Erzfeind Marco (Jordi Mollà, „Knight and Day“) nahm die athletische Darstellerin Kampftraining.

In einem engen Badezimmer gehen die zwei mit Fäusten, Handtüchern und Zahnbürsten aufeinander los. Anspruchsvoll für Schauspieler wie Kameraleute: schnelle Schläge, schnelle Schnitte. Wem das bekannt vorkommt, erklärt Regisseur Megaton: „Mir schwebte ein Actionfilm à la Jason Bourne vor, nur eben mit einer Heldin statt eines Helden.“

Die Heldin kann sowohl ihren Körper in Lüftungsschächte falten, als auch mit Raketenwerfern hantieren. Saldanas Leistung vom Nahkampf bis zu den emotionalen Momenten mit Cataleyas Freund und Onkel gleichen die manchmal doch eher übertrieben wuchtigen Szenen aus: Mit neun Jahren rammt Cataleya - umzingelt von bewaffneten Gangstern - Marco ein Messer in die Hand und ergreift in Rüschenkragen und Kleid akrobatisch die Flucht durch Kolumbien. Als das FBI ihr auf die Schliche kommt, jagt es die Wohnungstür mit einem Sprengsatz in die Luft, der sämtliche Zimmer verwüstet. Aber das sind wohl Zutaten, die es für einen als Adrenalin-Action-Fight-Kino beworbenen Film braucht.

dpa

16.09.2011
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