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Nachrichten Medien & TV Die Tops und Flops des Medienjahres 2011
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13:46 31.12.2011

Die Tops und Flops des Medienjahres 2011

Viel hilft viel


Blut, Schweiß, Tränen, schillernde Kostüme, Sex und echte Muttermilch – der bombastisch inszenierte und von mehreren europäischen Ländern finanzierte Historien-Sechsteiler „Borgia“ war eine der positiven Fernsehüberraschungen des Jahres. Ausgerechnet das ZDF zeigte drastische Gewalt und verwickelte Familienintrigen in einer Weise, die man bisher nur von den grandiosen Fernsehproduktionen der US-Bezahlsender kannte – und das vor 22 Uhr. Als Darstellerinnen überzeugten Isolda Dychauk und Andrea Sawatzki (Bild). Der Dank: erstaunlich gute Quoten – auch bei den unter 50-Jährigen. Daraus folgt? Liebes ZDF: mal auf die Sahne zu hauen, schadet nicht – ganz im Gegenteil.

Quelle: dpa

Schluss mit nicht lustig


Man kann nicht behaupten, SAT.1 hätte keine Geduld gehabt: Eineinhalb Jahre durfte sich Oliver Pocher durch seine Late-Night-Show schleppen, bis auch sein Haussender endlich den Kopf aus dem Sand zog. Im März war dann Schluss mit nicht lustig – für uns war diese Nachricht eines der Tops des Medienjahres. Und Pochers Expartner Harald Schmidt lästerte, damit gehe „neben ,Wetten, dass ...?‘ ein weiterer großer Erfolg im deutschen Fernsehen zu Ende“. Kurios: Inzwischen hat SAT.1-Rückkehrer Schmidt mit seiner eigenen Show noch schlechtere Quoten als Pocher zuletzt. SAT.1 gibt ihm trotzdem im Januar einen dritten Sendeplatz pro Woche. Der wird frei, weil Johannes B. Kerners Show „Kerner“ floppte.

Quelle: dpa

Schwarm auf der Jagd

Ganz blöd gelaufen für Karl-Theodor zu Guttenberg: vom politischen Shootingstar zum überführten Betrüger in wenigen Monaten. Sein Schicksal war das bisher eindrucksvollste Beispiel für die Kraft der Schwarmintelligenz: Hunderte dokumentierten im GuttenPlag-Wiki im Netz immer neue gestohlene Passagen in zu Guttenbergs Doktorarbeit. Wenn der Schwarm jagt, möchte man nicht sein Opfer sein. Am Ende stand eine eindrucksvolle Zahl: Auf 94 Prozent aller Seiten verwendete der Baron fremdes Material (Bild). Sein Sturz war ein erstes Beispiel vom Zusammenwirken der neuen und der alten Medien auf der faktengestützten Suche nach der Wahrheit hinter der Lüge.

Quelle: dpa