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Nachrichten Medien & TV Tops und Flops der Medien
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21:25 30.12.2014

Tops und Flops der Medien

Top: Fernsehen zu jeder Zeit. Für kleines Geld. Was und wie oft ich will. Komfortable Streamingdienste wie Maxdome, Watchever und Co. gab es schon länger – aber erst der Einstieg des US-Giganten Netflix („House of Cards“) und Amazons Prime-Instant-Video-Offensive weckten die hiesige Branche aus dem Dornröschenschlaf. Plötzlich poppen überall teure Qualitätsproduktionen auf. Denn der Zuschauer lässt sich – oh Wunder – von komplexen Storys und vielschichtigen Charakteren nicht abschrecken. Im Gegenteil. Wie heilsam der Schock durch Netflix wirklich war, wird das Jahr 2015 zeigen.

Quelle: dpa

Top: Das hat man auch nicht alle Tage: dass die Kritisierten sich um ihre Kritiker sorgen. Die Medienwelt ist im Umbruch, und Außenminister Frank-Walter Steinmeier rief dazu auf, sich der Kernkompetenzen „Qualität, Relevanz und Vielfalt“ zu erinnern. Auch Kanzlerin Angela Merkel riet, nicht der „Versuchung zu erliegen, durch massive Einsparungen im redaktionellen Bereich die Substanz aufs Spiel zu setzen“. Einig sind sich Politiker, Verleger und Redakteure wohl in Steinmeiers Satz: „Mit dem Leser ist es wie mit dem Wähler: Man kann sich über ihn ärgern, aber man sollte ihn nicht ignorieren.“

Quelle: dpa

Top: Die Marke „Tatort“ hält inzwischen alles aus: grelle TV-Experimente mit Ulrich Tukur und 51 Toten in 90 Minuten, ironische Komik mit Nora Tschirner und Christian Ulmen (Bild), krachende Action mit Til Schweiger, kerliges Genöle mit Wotan Wilke Möhring, bleierne Einöde mit Maria Furtwängler, krachledernen Humor mit Jan-Josef Liefers und Axel Prahl. Zehn Millionen Zuschauer wärmen sich sonntags am letzten TV-Lagerfeuer, während bei Twitter die Echtzeit-Kritiken einlaufen. Was dem 40 Jahre alten, nicht totzukriegenden Krimi zu neuer Blüte verhalf, ist dreierlei: Vielfalt, Mut und Liebe.

Quelle: dpa