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Nachrichtenticker Bei Dienstleistungen im Netz auf Widerrufsrecht bestehen
Nachrichten Medien & TV Nachrichtenticker Bei Dienstleistungen im Netz auf Widerrufsrecht bestehen
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14:42 04.10.2012
Auch wer im Netz eine Dienstleistung erwirbt, hat ein Recht auf den vierzehntägigen Widerruf.
Auch wer im Netz eine Dienstleistung erwirbt, hat ein Recht auf den vierzehntägigen Widerruf. Quelle: Jörg Carstensen
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Hamburg

Manche Anbieter behaupten das Gegenteil. Das sollte aber niemanden verunsichern.

Das zweiwöchige Widerrufsrecht gilt nicht nur für Produkte, die im Internet bestellt worden sind, sondern auch für Dienstleistungen im Netz. Dabei ist egal, ob der Dienst bereits genutzt worden ist oder nicht. Darauf weist die Verbraucherzentrale Hamburg hin. Es komme immer wieder vor, dass Anbieter versuchen, Nutzern weiszumachen, dass das Widerrufsrecht erloschen sei, weil die Kunden sich eingeloggt, einen Aktivierungslink geklickt oder den Dienst bereits genutzt haben. Ist das der Fall, sollte man sich nicht verunsichern lassen.

Die Verbraucherschützer empfehlen, auf Paragraph 312 Absatz 3 des Bürgerlichen Gesetzbuches (BGB) zu verweisen und die Verbraucherzentrale zu informieren, die gegen solche Dienstleister vorgeht. Besonders verbreitet seien solche Ausredeversuche in Sachen Widerrufsrecht derzeit bei Single- und Partnerbörsen oder Online-Modeldatenbanken. Den Verbraucherschützern zufolge erlischt das Widerrufsrecht aber nur dann vorzeitig, wenn der Vertrag von beiden Seiten auf ausdrücklichen Wunsch des Verbrauchers vollständig erfüllt ist, bevor das Widerrufsrecht ausgeübt wird. Der Verbraucher müsse also bezahlt und der Unternehmer die gesamte Leistung erbracht haben.

Das vorzeitige Erlöschen des Widerrufsrechtes kommt deshalb nach Auffassung der Verbraucherschützer bei Verträgen mit einer bestimmten Vertragslaufzeit überhaupt nicht in Betracht. Denn der Anbieter habe erst mit Ablauf der Vertragslaufzeit seine Leistung vollständig erbracht.

dpa