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Nachrichtenticker Browserwechsel löst nicht jedes Sicherheitsproblem
Nachrichten Medien & TV Nachrichtenticker Browserwechsel löst nicht jedes Sicherheitsproblem
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17:21 19.09.2012
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Dresden

Wegen einer schwerwiegenden Sicherheitslücke raten Experten zurzeit davon ab, den Internet Explorer zu benutzen. Nicht nur im Browser von Microsoft werden immer wieder Schwachstellen entdeckt und von Kriminellen ausgenutzt. Deshalb ist es grundsätzlich eine gute Idee, sich mit mehreren verschiedenen Browsern vertraut zu machen. Jeden Angriff sperrt man dadurch aber nicht aus, warnt Michael Roitzsch vom Institut für Informatik an der Technischen Universität Dresden: "Hacker zielen oft gar nicht auf die Browser, sondern auf eine höhere Ebene."

Gemeint sind damit zum Beispiel Programme wie Java, Flash oder der Adobe Reader, die ebenfalls ein Einfallstor für Schadsoftware sein können. "Da ist es dann völlig egal, welchen Browser sie verwenden", sagt Roitzsch. Trotzdem könne ein Browserwechsel aus Sicherheitsgründen sinnvoll sein - zum Beispiel zu einem etwas unbekannteren Programm.

Diese tragen Namen wie K-Meleon, Avant, Maxthon oder FlashPeak. Ihr Vorteil: Sie sind so wenig verbreitet, dass kaum ein Angreifer dort gezielt nach Schwachstellen suchen wird. Angst vor Surfproblemen brauchen Surfer mit den Alternativen nicht zu haben, sagt Roitzsch: "In 99 Prozent der Fälle kann ein moderner Browser heute jede Webseite richtig anzeigen."

Unter Umständen kann es auch sinnvoll sein, einen eigenen Browser nur für sensible Aufgaben zu installieren, zum Beispiel für Online-Banking. Auch das verschafft allerdings keine hundertprozentige Sicherheit vor anderen Angriffen. "Wenn sie Java oder Flash einmal installiert haben, ist das für einzelne Browser kaum zu deaktivieren", sagt Roitzsch.

Von den bekannten Browsern hält der Experte Googles Chrome aktuell für den sichersten Weg ins Netz - unter anderem dank der Sandbox-Technologie, die Webseiten untereinander und vom restlichen Rechner abschirmt. "Andere Browser ziehen da aber nach." Microsofts Internet Explorer 10, der zurzeit noch nur als Preview-Version verfügbar ist, setzt zum Beispiel auf ein vergleichbares Prinzip.

Für andere Browser sprechen eher andere Gründe - Opera hat zum Beispiel ein integriertes Mailprogramm, für Firefox gibt es zahlreiche praktische Erweiterungen. Geschwindigkeitsunterschiede gibt es auch noch - allerdings meist nur noch im Millisekundenbereich.

"Für die gefühlte Surfgeschwindigkeit ist die Qualität der Internetverbindung viel wichtiger", sagt Roitzsch. "Die Differenzen zwischen den Browsern bemerkt man vor allem mit einer sehr schnellen Leitung wie VDSL." Und auch in Sachen Bedienkomfort sind sich die Browser heute sehr ähnlich: Paralleles Browsen in mehreren Tabs ist heute zum Beispiel fast überall selbstverständlich.

dpa