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Nachrichtenticker Der Kreative und der Entertainer: Galaxy Note 10.1 und Nexus 7
Nachrichten Medien & TV Nachrichtenticker Der Kreative und der Entertainer: Galaxy Note 10.1 und Nexus 7
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15:05 10.08.2012
Das Nexus 7 ist im Prinzip eine ideale Abspielstation für Musik und Videos. Allerdings ist das Angebot in Deutschland noch ausbaufähig. Quelle: Franziska Koark
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Berlin

Manchmal dauert es etwas länger: Das Galaxy Note 10.1 hatte Samsung bereits Ende Februar auf dem Mobile World Congress in Barcelona präsentiert. Doch bis zur Marktreife brauchte das Tablet mit seinem Spezialstift noch weitere fünf Monate. Die Zeit haben die Südkoreaner genutzt, um das Gerät besser auszustatten als ursprünglich geplant: Aus der Zweikern- wurde eine Vierkern-CPU (1,4 Gigahertz), aus 1 Gigabyte (GB) Arbeitsspeicher wurden 2.

Im Praxistest macht sich beim Note 10.1 die zusätzliche Power des Prozessors deutlich bemerkbar. Die Oberfläche des Betriebssystems Android 4.0.4 (Ice Cream Sandwich) und diverse Apps laufen nun viel flüssiger als bei Vorserie-Modellen. Die größere Rechenkraft knabbert aber auch heftig am eigentlich großen 7000-Milliampere-Akku. Die iPad-Laufzeiten erreicht das Note 10.1 nicht ganz.

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Dafür hält die TouchWiz genannte Oberfläche von Samsung einige Features bereit, die das Apple-System iOS nicht zu bieten hat. So können Anwender den 10,1-Zoll-Bildschirm mit der Option Multiscreen teilen, um beispielsweise gleichzeitig ein Browser-Fenster und ein Dokument der Notizen-App geöffnet zu haben. Leider funktioniert der Splitscreen-Modus derzeit nicht mit allen Anwendungen, sondern nur mit einigen von Samsung angepassten Apps.

Von anderen Tablet-Computern unterscheidet sich das Galaxy Note vor allem durch einen Stift, den Samsung S-Pen nennt. Zusätzlich zur kapazitiven Fingererkennung verfügt das Gerät nämlich über eine sogenannte Digitizer-Schicht, die sensibel auf die wechselbare Spitze des Stiftes reagiert. Das Tablet erkennt, mit wie viel Druck der S-Pen geführt wird. So kann man beispielsweise dünne oder dickere Linien zeichnen. Laut Samsung können 1024 Druckstufen unterschieden werden. Der Stylus-Stift, der als iPad-Zubehör erhältlich ist, kann das nicht.

In der App S-Note ermöglicht der Stift auch die Umwandlung handschriftlicher Aufzeichnungen in getippten Text oder mathematische Formeln. Allerdings benötigt man dafür eine halbwegs leserliche Handschrift. Das Tablet erkennt aber auch, ob man per Hand einen Kreis oder andere geometrische Figuren zeichnet und wandelt diese in akkurate Reinzeichnungen um. Zum Einsatz kommt der Stift auch bei der Tablet-Variante der Bildbearbeitung Adobe Photoshop, die Samsung in einer Touch-Version vorinstalliert hat. Hier kann man beispielsweise Fotos mit Zeichnungen kombinieren.

Gegenüber der Vorserie hat Samsung auch die Kamera des Note 10.1 verbessert. Sie löst nun mit fünf Megapixeln auf und macht auf den ersten Eindruck bessere Bilder als die iPad-Kamera. Allerdings kommt das Note bei der Bildschirmauflösung (1280 mal 800 Pixel) nicht an die HD-Qualität (2048 mal 1536 Pixel) des Retina-Displays des iPad 3 heran.

Im Vergleich zum iPad ist das 600 Gramm schwere Samsung-Tablet überraschend teuer. Während die Preisskala bei Apple bei 399 Euro für das iPad 2 und 479 Euro für das iPad 3 beginnt, kann man beim Galaxy Note 10.1 erst bei 599 Euro für die WLAN-Variante (16 GB) einsteigen. Die UMTS-Version kostet 90 Euro mehr. Vergleichbar ausgestattete Versionen des iPad 3 sind 120 beziehungsweise 90 Euro billiger. Allerdings hat das iPad kein Digitizer-Display mit Stiftbedienung, die der verstorbene Apple-Gründer Steve Jobs stets abgelehnt hat.

Nicht nur für preisbewusste Tablet-Käufer könnte das Nexus 7 von Google eine Alternative sein, das vor einigen Wochen auf der Entwicklerkonferenz des Konzerns vorgestellt wurde und Ende August auch in Deutschland für 199 Euro in der 8-GB- und 249 Euro in der 16-GB-Version verfügbar sein soll. Das vom taiwanischen Hersteller Asus produzierte Google-Tablet ist mit seinem 7-Zoll-Display zwar deutlich kleiner als das Note oder iPad, bietet aber wie das Samsung-Gerät eine Auflösung von 1280 mal 800 Pixeln.

Im Gegensatz zu Samsung - das seinen Android-Tablets eine eigene Benutzeroberfläche verpasst - setzt Google beim Nexus 7 auf Android pur. Hier ist auch bereits die aktuelle Android-Version 4.1 (Jelly Bean) installiert. Käufer des Galaxy Note 10.1 müssen dagegen noch auf die Anpassung der TouchWiz-Oberfläche an Jelly Bean warten. Eine feste Update-Zusicherung gibt es von Samsung nicht.

Mit dem Nexus 7 erhalten Kunden für einen vergleichsweise geringen Preis ein Gerät, dass sich dank eines Vierkernprozessors flüssig bedienen lässt. Das Google-Tablet beherrscht außerdem Bluetooth 4.0, verfügt über einen NFC-Chip für die Beam-Funktion von Android sowie WLAN. Allerdings gibt es beim Nexus 7 auch gegen Aufpreis kein optionales UMTS-Mobilfunk-Modul. Außerdem sucht man einen Speicherkarten-Slot vergeblich, mit dem das Samsung Galaxy Note 10.1 punkten kann.

Mit einer Akku-Laufzeit von rund neun Stunden und einem Gewicht von 340 Gramm kann das Nexus 7 als kompaktes Gerät zum Surfen im Web und als mobile Kommunikationszentrale überzeugen. Im Prinzip ist das kleine Tablet auch eine ideale Westentaschen-Maschine, um unterwegs Filme zu schauen, Musik zu hören oder ein Buch zu lesen. Doch im Gegensatz zu den USA bietet die Google-Platform Play hierzulande noch keinen Zugriff auf Videos oder Musik. Das soll sich aber zumindest im Bereich Video bald ändern. Auch das Angebot an Büchern, Zeitungen und Zeitschriften im deutschen Play-Store ist im Vergleich zum iTunes-Store von Apple noch deutlich ausbaufähig.

dpa