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Nachrichtenticker Forscher: Nutzer bevorzugen gute Nachrichten
Nachrichten Medien & TV Nachrichtenticker Forscher: Nutzer bevorzugen gute Nachrichten
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16:31 19.03.2013
Von Deutsche Presse-Agentur dpa
Positive Nachrichten verbreiten sich im Internet schneller als negative.
Positive Nachrichten verbreiten sich im Internet schneller als negative. Quelle: Joana Nietfeld
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Berlin/New York

Menschen teilen gute Nachrichten lieber mit ihren Freunden als schlechte. Daher verbreiten sich solche Geschichten oft schneller im Internet, fand Jonah Berger von der University of Pennsylvania heraus. Berger analysierte tausende Nachrichtenartikel der "New York Times", die über mehrere Monate von den Lesern am häufigsten per E-Mail weiterverschickt wurden. Dabei fand er heraus, dass etwa Artikel über wissenschaftliche Themen eher auf der Hitliste der am meisten verschickten Texte landeten.

Das führte er auf das Staunen über neue Erkenntnisse zurück, das

Leser mit anderen Menschen teilen wollten. Besonders oft verschickt

wurden auch Artikel, die witzig oder aufregend waren. Als Beispiel

nennt Berger in einem Aufsatz die Geschichte von Susan Boyle, die bei

einer britischen Talentshow das Publikum mit ihrem Gesang

begeisterte. Menschen wollten bei ihren Online-Kontakten nicht als

Stimmungsmuffel dastehen, sagte Berger der

"New York Times". "Wenn

Sie eine Nachricht mit ihren Freunden und Bekannten teilen, denken

Sie darüber nach, wie diese Menschen reagieren werden."

Doch auch Geschichten, die negative Gefühle wie Ärger oder Angst

hervorriefen, wurden häufig weitergegeben. Rasend schnell verbreitete

sich beispielsweise ein Video über den ugandischen Rebellenführer

Joseph Kony, dem schwere Verbrechen vorgeworfen werden. Leser teilten

vor allem Artikel, von denen sie sich emotional angesprochen fühlten,

erklärte Berger der "Times". Sie bevorzugten jedoch gute Nachrichten

gegenüber schlechten. Über seine Erkenntnisse schrieb er ein Buch.

Dabei fielen die Äußerungen der Menschen umso positiver aus, je

mehr Zuhörer sie hatten, beobachtete Berger - eine Erklärung für

besonders enthusiastische Einträge auf Sozialen Netzwerken wie

Facebook und Twitter. Diese Selbstdarstellung im besten Licht kann

eine regelrechte "Neidspirale" auslösen, wie Forscher der Technischen

Universität Darmstadt und der Humboldt-Universität zu Berlin

herausfanden. Ein Drittel der befragten Nutzer reagierten traurig

oder frustriert auf die vielen positiven Einträgen ihrer

Facebook-Kontakte. Neidgefühle konterten sie ihrerseits mit guten

Nachrichten, was die Spirale bei ihren Freunden vorantreibe.

dpa

Deutsche Presse-Agentur dpa 19.03.2013
Deutsche Presse-Agentur dpa 19.03.2013
Deutsche Presse-Agentur dpa 19.03.2013