Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Nachrichtenticker Zerstören oder überschreiben: Festplatten-Daten sicher löschen
Nachrichten Medien & TV Nachrichtenticker Zerstören oder überschreiben: Festplatten-Daten sicher löschen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
15:08 24.08.2012
Rohe Gewalt kann zum sicheren Löschen von Daten sinnvoll sein - aber nur, wenn die Festplatte ohnehin auf den Müll soll. Quelle: Franziska Koark
Anzeige
Berlin/Bonn

Es muss nicht gleich der Hammer sein. Aber zum sicheren Löschen von Daten auf der Festplatte reicht der Betriebssystem-Mülleimer definitiv nicht aus, warnt das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI). Denn beim Leeren des Papierkorbs werden lediglich die Verweise auf die Dateien im Inhaltsverzeichnis der Platte gelöscht und die Bereiche zum Überschreiben freigegeben. Dieses Überschreiben findet aber möglicherweise nie statt und die vermeintlich gelöschten Daten können mit Programmen einfach wiederhergestellt werden.

Wer Computer und Festplatten aber verkaufen oder anderen zu weiteren Nutzung überlassen will, sollte die Harddisk oder das Speichermedium unabhängig von einem installierten Betriebssystem im Ganzen mehrfach mit Zeichen und Zufallszahlen überschreiben. Das Formatieren ist dagegen den Experten zufolge kein Garant für ein vollständiges Löschen der Daten. Es gibt Spezialsoftware, die das mehrfache Überschreiben erledigt. Das BSI empfiehlt zum Beispiel das kostenlose Programm Darik's Boot And Nuke (DABN).

Anzeige

Für das Überschreiben gibt es verschiedene Standards. Bei älteren Festplatten rät das BSI zu sieben Durchgängen, um die Daten vollständig und nicht wiederherstellbar zu löschen. Bei vielen Programmen entspricht das dem Verfahren US DoD 5220.22-M ECE, das eingestellt werden muss. Je nach Speicherkapazität und der Anzahl der Durchgänge kann das Überschreiben einer ganzen Festplatte etliche Stunden dauern.

Es ist aber auch sinnvoll, sensible Daten immer gleich dann endgültig und sicher zu löschen, wenn sie nicht mehr gebraucht werden. Zu diesem Zweck empfiehlt das BSI zum Beispiel die kostenlose deutschsprachige Software Secure Eraser oder die englischsprachige Freeware Eraser. Letztere hat den Vorteil, dass man eine Datei schnell per Rechtsklick über das Kontextmenü löschen kann. Beim Secure Eraser muss man die betreffende Datei erst aus dem Programm heraus öffnen. In beiden Programmen sollte das oben genannte Löschverfahren eingestellt werden.

dpa