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Netzgeflüster Das wird man ja wohl noch sagen dürfen
Nachrichten Medien & TV Netzgeflüster Das wird man ja wohl noch sagen dürfen
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08:57 24.09.2010
Von Ernst Corinth
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Wenn der Putz bröckelt, dann bröckeln auch die Karrierechancen. Und was hinter der Fassade an noch intimeren Dingen geschieht, das wollen wir lieber nicht wissen. So haben, wie kürzlich die „Tagesschau“ berichtet, gut 100.000 Bürger bei Google beantragt, dass bei dem Bilderdienst „Street View“ die Fassade ihres Wohnhäuser unkenntlich gemacht wird. Man kann ja nicht wissen. Und sind wir jetzt schon wieder so weit?

Dennoch ist bisher kein Fall bekannt geworden, dass sich einer dieser besorgten Bürger auch gegen Buugle, der Datensammlung der Bundesregierung, protestiert hat. Dabei ist das Motto dieses Datendienstes: „Was Google kann, können wir schon lange". Und wie: mit „Buugle-Kontoview" werden bei SWIFT Kontobewegungen ausgelesen. Und was Arbeitslose auf dem Konto haben, ist sowieso ein offenen Geheimnis der staatlichen Arbeitsagenturen. „Buugle Street View" bietet ständig Live-Bilder Tausender von Überwachungs- – pardon – Verkehrslenkungs-, Sicherheits- und Antiterrorkameras. Und dank „Buugle Bodyview" wird am Flughafen penibel festgehalten, was Bürger unter ihrer Kleidungsfassade tragen vom Liebestöter über Reizwäsche bis zu Intimschmuck.

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Filmemacher Alexander Lehmann hat nun für die Satire-Sendung „Extra 3“ Buugle anschaulich vorgestellt. Und sehen kann man sein Video unter anderem bei YouTube unter der Adresse: tinyurl.com/3ynqcfe. Weitere fast schon Datenschutz-Klassiker des Filmemachers wie „Du bist Terrorist“ oder „Rette Deine Freiheit“ findet man via Lehmanns YouTube-Kanal. Auch „Extra 3“ hat natürlich eine eigene Netzadresse. Und unter tinyurl.com/37nfahj stellen die TV-Satiriker den „idealen Führer einer neuen Rechtspartei“ vor.

Und da wir schon bei Videos sind: ein Film aus der ungewöhnlichen Reihe „Tourettes Karaoke“. Gefunden haben wir das Video im Hochglanz-Blog des Nerdcore, eines der populärsten Blogs im deutschsprachigen Netz. Und dort wird auch der Sänger des Videos vorgestellt, der urplötzlich zu einer YouTube-Berühmtheit geworden ist. Trotz der schlimmen Wörter. Oder gerade wegen. Und "Fucker"wird man ja wohl noch sagen dürfen.

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