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Netzgeflüster Der CNN-Hologramm-Bluff
Nachrichten Medien & TV Netzgeflüster Der CNN-Hologramm-Bluff
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17:26 10.01.2009
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Gut geblufft, ist fast gewonnen. Und ein Bluff war in der Wahlnacht die Hologramm-Spielerei von CNN, über die anschließend viel und staunend berichtet wurde. Angeblich hatte der Sender auf diesem ungewöhnlichen Weg nämlich virtuelle Gäste in das Studio projiziert. Dies jedoch war nicht der Fall, wie man jetzt unter anderem im Blog Blicklog.com nachlesen kann. Dort wird die Nachrichten-Website CBC.ca wie folgt zitiert: „CNN-Moderator Wolf Blitzer habe nur in den leeren Raum gesprochen. Die Bilder seien per Computer in das Livebild eingefügt worden, so dass das Hologramm nur am Bildschirm zu sehen war.“ Eine Behauptung, die inzwischen von CNN bestätigt wurde.

Kein Bluffer, sondern ein Sieger ist der achtziger Jahre Popstar Rick Astley, der am gestrigen Donnerstag für diesen Auftritt bei den MTV Europe Music Awards 2008 die Kategorie „Best Act Ever“ gewann. (Kann man eigentlich jedes Jahr „Best Act Ever“ werden?) Knapp 12 Millionen Mal wurde jedenfalls das Video mittlerweile bei YouTube angeklickt und oft wohl nicht ganz freiwillig, wie wir schon vor einiger Zeit – Stichwort „Rick Roll“ – berichtet haben. Dass Astley überhaupt gewann, hat auch er dem Internet zu verdanken. Auf zahlreichen Seiten wurde nämlich dazu aufgerufen, den Vater des Rickroll bei MTV zu wählen. Mehr über Astley erfährt man bei Wikipedia.

Manchmal drängen sich Scherze offenbar einfach so auf. So macht gerade ein Gag nicht nur im Netz die Runde. Barack Obama, heißt es, sei der eigentliche Verlierer der Wahl, schließlich habe er ja nun den schlechtesten Job der Welt. Und warum? Weil er eben ein Schwarzer ist. Nachzulesen ist dies auf Englisch unter anderem bei der satirischen Nachrichtenseite "The Onion". Auch in seinem Video-Kommentar bei Zoomer.de „US-Wahl: Wieder kriegen die Schwarzen den beschissensten Job!“ vertritt Wladimir Kaminer eine ganz ähnliche Meinung. Und selbst in der letzten Schmidt-Pocher-Show wurde ganz ähnlich gescherzt.

Ganz ähnlich schaut es mit einer Scherzaktion aus, die das Satire-Magazin „Titanic“ im Jahre 2003 veranstaltet hat. Damals zogen Mitarbeiter des Blattes mit einem Auto durch Bayern und gaben als angebliche Partei-Mitglieder bekannt: „Wir geben auf. SPD!“. Nun fünf Jahre später hat das NDR-Satiremagazin extra3 diese Aktion in Hessen gleichsam wiederholt unter dem Titel „Wir geben auf“. Und die Leute von „Titanic“ geben sich online – nicht ganz ernsthaft – absolut empört und fordern von „ExtraDreist“ 3000 Euro als Honorar. Die entsprechenden Links dazu gibt es hier. Und mir fällt zum Schluss dazu nur eins ein: Besser gut geklaut, als schlecht erfunden.

Und jetzt noch schnell ein paar seriöse Links:
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Im Iran gibt es keine Homosexuellen - Video
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von Ernst Corinth

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