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Netzgeflüster Die Krise des Unterhaltungsgewerbes
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13:02 14.04.2010
Von Ernst Corinth
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Und Ähnliches ist wohl nun auch beim Buchmarkt und dem Geschäft mit sogenannten eBooks zu erwarten – mit der Einführung des iPad. Das heißt: Immer mehr Titel kommen zukünftig in immer größerer Zahl auf den Internet-Markt. Und da sich digitale Bücher leicht kopieren lassen, wird die Zahl der Raubkopien ebenfalls gewaltig anwachsen.

Schon jetzt gibt es durch das iPad erste Auswirkungen, wie die Leute des Netzmagazins TorrentFreak.com herausgefunden haben. Dafür haben sie sich illegale Tauschbörsen vor und nach der Einführung des iPad angeschaut. Und nach Titeln von der Verkaufshitparade von Amazon.com gesucht. Interessanterweise fanden sie kaum belletristische eBooks, sondern vorwiegend Vertreter des Bereichs „Business“. Sie wurden nach dem ersten Verkaufstag des iPad mehr als 57 Prozent öfter illegal heruntergeladen als zuvor. Insgesamt ist die Zahl der Downloads, heißt in dem Magazin, allerdings noch relativ gering.

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Gleichwohl hat sich diese Zahl aber verdoppelt. Da kommt also was auch die Buchbranche zu...

Aber schon von mehr als 30 Jahren wurde, wenn es um Musik geht, kopiert bis die Schwarte krachte. 1977 titelte die „Bravo“ daher: „Sind Leer-Cassetten der Tod der Schallplatte“. Und der Platten-Jockey des Bayrischen Rundfunks Thomas Gottschalk gestand in dem Text, der jetzt als Fundstück im Blog Cliphead wieder aufgetaucht ist: „Früher habe ich auch immer die Hits auf Tonband aufgenommen. Bei den Single-Preisen von sechs Mark ist das auch mehr als verständlich.“ Und der Produzent Ralph Siegel meinte: „In gewisser Weise stehlen die Leute, die Songs auf Leer-Cassetten aufnehmen, den Autoren und Künstlern ihn geistiges Eigentum.“ Auch der „Spiegel“ schrieb damals natürlich über dieses Thema und resümierte: „ Erstmals werden mehr Tonband-Kassetten als Schallplatten verkauft. Vor allem die Leerkassette stellt die Musikfirmen vor kaum lösbare Probleme: Sie verlieren durch Überspielungen in Westdeutschland pro Jahr rund eine Milliarde Mark. Das Unterhaltungsgewerbe steuert in eine Existenzkrise.“ Viel hat sich in all den Jahren also nicht geändert, die Schallplatte gibt's in Form der CD ja immer noch genau wie das „Unterhaltungsgewerbe". Und auch die Klagen über Krisen und Kopien sind fast dieselben.

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