Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Netzgeflüster Facebook: Erst denken, dann klicken
Nachrichten Medien & TV Netzgeflüster Facebook: Erst denken, dann klicken
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
14:45 09.03.2011
Von Ernst Corinth
Anzeige

Demnach kostet ein Sklave heutzutage nur noch durchschnittlich 90 Dollar, während man vor 200 Jahren den Gegenwert von heutigen 40.000 Dollar hätte bezahlen müssen. Der Grund für diese nur auf den ersten Blick ungewöhnliche Entwicklung liegt vor allem in dem enormen Bevölkerungszuwachs in den ärmsten Regionen der Welt. Anders gesagt: der Mensch ist heute kaum noch etwas wert. Zumindest dann, wenn er eh schon arm ist.

Solche Dinge erfährt man eigentlich nur via Internet. Und viele drücken dann bei solchen Berichten gleich den „Gefällt mir“-Button, damit ihre sogenannten Freunde bei Facebook auch davon erfahren. Diesen Vorgang hat nun Facebook noch erleichtert, so dass ein Klick auf „Gefällt mir“ noch mehr Gewicht erhält. (Mehr dazu gibt es hier)
Leider nutzen dies auch Spammer aus, und immer mehr fallen ahnungslos auf ihre Tricks herein.
Meist tauchen angeblich komische Videos bei Facebook auf. Doch mit einem Klick auf den dazugehörigen Button kann man sie leider nicht starten.

Anzeige

„Dieser Button“, heißt es bei avatter.de, „ist (...) nur simuliert: Vor dem eigentlichen Video steht ein Bild, das die Aufgaben einer vergrößerten ,Gefällt mir’-Schaltfläche übernimmt. Um die Täuschung noch überzeugender zu machen, gibt es zusätzlich YouTube-ähnliche Mouseover-Effekte. Die Falle ist perfekt. In dem Moment, in dem das Video angeklickt wird, erscheint auf der Pinnwand des Nutzers ein Status-Update, das die besuchte Seite bewirbt.“ Und man selbst bekommt davon nicht das Geringste mit. Man macht also Werbung, ohne davon auch nur etwas zu ahnen. Und garantiert klicken danach auch etliche Facebook-Freunde auf das angeblich so lustige oder so skandalöse Video.

Und so weiter und so fort.
Das Ganze kann übrigens auch ein bisschen peinlich sein, wenn man so beispielsweise mal ein vermeintlich tolles erotisches Video anschauen möchte. Was man ja eigentlich nicht allen Facebook-Freunden gleich auf die Nase binden möchte. Doch dank dieses Tricks macht man nun anschließend groß Werbung für genau diesen Schmuddelspaß. Und weiß es noch nicht einmal. Also bei Facebook erst denken, dann klicken.

Ernst Corinth 02.03.2011
Ernst Corinth 16.02.2011
Ernst Corinth 09.02.2011