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Netzgeflüster Facebook: Mitgliederaufstand gegen neue Nutzungsbedingungen
Nachrichten Medien & TV Netzgeflüster Facebook: Mitgliederaufstand gegen neue Nutzungsbedingungen
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13:15 20.02.2009
Von Ernst Corinth
Quelle: Screenshot
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Und damit, wie es selber gerne betont, auf Platz sechs der bevölkerungsreichsten Länder dieser Welt liegen würde. Vorausgesetzt natürlich Facebook wäre ein Land. Doch ganz so weit ist es noch nicht. Dennoch besteht angesichts dieses rasanten Wachstums eigentlich Grund zum Feiern. Doch dann erlebt Facebook ein riesiges Image-Desaster, das nur
entstanden ist, weil die Leute des Technologieportals „The Consumerist“ mal ganz genau hingeschaut haben: in die Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) von Facebook, die offenbar kaum einer liest.

Am vergangenen Sonntag machte also „The Consumerist“ auf mit der Schlagzeile: „Facebooks neue Nutzungsbedingungen: Wir können alles mit Euren Inhalten machen, was wir wollen. Für immer.“ Was war geschehen? Nun, zu seinem fünften Geburtstag am 4. Februar hatte das Netzwerk klammheimlich, also ohne seine Nutzer zu unterrichten, seine AGB geändert. Und das hatte, wie man bei Meedia.de lesen konnte, ungeheuerliche Folgen: „Alles, jeder Schnipsel, der auf Facebook hochgeladen wurde – jeder Link, jedes Posting, vor allem aber: jede E-Mail oder jedes Foto - kann von Facebook so verwendet werden, wie es dem Social Network beliebt. Und das selbst, nachdem die Mitgliedschaft beendet ist!“

Eigentlich unfassbar. Und kurz darauf brach daher auch ein Sturm der Empörung los - selbst in Deutschland, wo Spiegel.de feststellte „Facebook bekennt sich zu Datengier“. Und noch drastischer war die Kritik in vielen Weblogs beispielsweise in dem Blog Alltagskakophonie.de: „Ich habe mein Facebook-Profil sofort gelöscht. Wer nur ansatzweise klar im Kopf ist bleibt doch nicht bei einem Dienst der ,absolut jeden Scheiß' mit meinen Daten machen darf.“

Don Alphonso griff, wie man es von ihm gewohnt ist, auf Blogbar.de gleich zu seiner geliebten rhetorischen Keule: „Schön langsam sollten die deutschen Jubelhelfer für Facebook wieder von ihrem kritiklosen Trip runterkommen und in Facebook das sehen, was es ist: Eine miese Datenkrake ohne effektives Geschäftsmodell, die von ihren Nutzern Dinge fordert, gegen die man sich durchaus den Rechtsweg vorstellen könnte.“

Und die Proteste waren so heftig, dass bereits am späten Dienstagabend Facebook zurückruderte und wieder zu den alten Nutzungsbedingungen zurückkehrte. Außerdem versprach man, dass bei der Erstellung von neuen AGB die Nutzer zukünftig daran beteiligt werden sollen. Und was lernen wir daraus? Nun, wer sich nicht wehrt, lebt verkehrt - auch in einem angeblich sozialen Netzwerk wie Facebook.
Zum Schluss ein paar soziale Links:
The Internet is Terrible
Internet aus Papier Video
Mike Polk ist mal wieder im Fernsehen Video
Und ein Dalmatiner fährt Rad Video

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