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Netzgeflüster Fröhliche Wissenschaft: Gute Laune ist Trumpf
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16:12 06.04.2011
Von Ernst Corinth
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Die Deutschen sind – Achtung, jetzt kommt der Oberhammer! – das fröhlichste Volk der Welt. Bitte nicht lachen! Das ist wirklich wahr! Und wenn man uns Deutsche mal genau anschaut, mit welchen entspannten, lockeren und heiteren Gesichtszügen wir täglich unseren Alltag pfeifend bewältigen, dann kann man nur grinsend vor Freude und Zufriedenheit zustimmen.

Aber das Ganze ist natürlich auch hochwissenschaftlich. So hat der akademische Scherzkeks Davies für seine Untersuchung die Tweets, also die Twitter-Nachrichten, von Menschen aus 25 Nationen nach Wörtern untersucht, die Freude oder Trauer ausdrücken. Und das Ergebnis: siehe oben. Auf den Plätzen folgen die bekannten Witzbold-Länder Holland und Mexiko. Und nichts zu lachen gibt es in Kolumbien, Kanada und der Depressions-Nation Nr. 1 Schweden.

Dass es dort am finstersten zugeht, zeigen ja schon allein die düsteren Krimis aus diesem Land. Jeder Zweite hat dort offenbar Dreck am Stecken oder wenigstens eine Leiche im Keller.

Wir in Deutschland dagegen werden sogar von einer ehemaligen Spaßpartei, der FDP, mitregiert, unsere Kanzlerin hat schon bei ihrer Doktorarbeit Humor gezeigt und ihr den heiter-komischen Titel gegeben: „Untersuchung des Mechanismus von Zerfallsreaktionen mit einfachem Bindungsbruch und Berechnung ihrer Geschwindigkeitskonstanten auf der Grundlage quantenchemischer und statistischer Methoden“. Das sagt ja augenzwinkernd alles. Und welche andere Nation hat schon einen Wirtschaftsminister wie unseren Brüderle, einen bekennenden Großmeister des gewitzten Wortes. Von einem gewissen Westerwelle wollen wir erst gar nicht reden.

Allerdings bewies der fröhliche Wissenschaftler Davies für seine Twitter-Untersuchung schon sehr viel Humor bei der Auswahl der fröhlichen und der negativen Begriffe: Während bei den fröhlichen nachvollziehbare Wörter auftauchen wie „haha”, „schön”, „Bett” und „Wochenende”, sind unter den traurig-negativen Begriffe wie „alguem”, „gitu”, „terus”, „daarna” und „jeej”. Wörter also, die man als Deutscher eigentlich seltener benutzt. Auch beim Twittern. Das relativiert zwar ein wenig das Untersuchungsergebnis, aber nur ein wenig. Denn das wir Deutschen das fröhlichste Volk der Welt sind, ist sowieso einfach zu schön, um wahr zu sein.

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