Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Netzgeflüster Gespenstische Phänomene
Nachrichten Medien & TV Netzgeflüster Gespenstische Phänomene
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
11:28 25.06.2009
Von Ernst Corinth
Tweet von Ulrich Noertlinger
Quelle: Screenshot
Anzeige

Aber auch Fußballspieler, die ja sowieso zum Aberglauben neigen, sind von einem Fluch schon seit Jahren betroffen, den der in Berlin erscheinende Tagesspiegel mal „die dunkle Macht des deutschen Fußballs“ nannte. Aus gutem Grund, es geht nämlich um einen eigentlich schnöden Brotaufstrich, um Nutella. Eine Marke, für die seit fünf Jahren deutsche Nationalspieler mit einem meist gähnend langweiligen Filmchen werben.
Schaut man sich die Namen dieser Kicker an, dann war die Folge ihres Auftritts für Nutella jedoch stets ein absoluter Karriereknick. Der schon erwähnte Tagesspiegel spricht in diesem Zusammenhang sogar von einem „umfassenden Zerstörungswerk, über dessen Hintergründe und Hintermänner sich einstweilen nur spekulieren lässt.“

Und er nennt die Namen der Opfer dieser mysteriösen Erscheinung: Benny Lauth, Andreas Hinkel, Tim Borowski und Kevin Kuranyi. Und auch die neuen Nutella-Boys hat der Fluch schon erreicht. Dazu schreibt RP Online: „Tobias Weis schwächelt. Und Jermaine Jones, im laufenden Spot ein stolzer Darsteller im Trikot mit dem Adler, verschmäht jetzt dieses kostbare Kleidungsstück und schmiert seine Stullen fortan im Trainingslager der US-Auswahl. Was wird aus Simon Rolfes und Manuel Neuer, den beiden anderen Darstellern?“ Nichts wird aus Neuer! Dank Nutella und Robert Enke! Und wer noch weitere Informationen über dieses gar gespenstische Phänomen haben möchte, der wird mit mehr als 3300 Treffern für „Nutella-Fluch“ bei Google sofort fündig.

Noch ein Phänomen spukt aktuell durchs deutschsprachige Internet: Dr. Ulrich Noertlinger, CDU-Wähler und -Unterstützer, ein Mann aus altem Schrot und Korn, der in seinem Weblog kein Blatt vor den Mund nimmt, aber leider nicht bei der kommenden Bundestagswahl kandidieren wird. Schade! Denn solche Politiker braucht unser Land. Wichtige Themen sind bei ihm gerade: Die schwierige Integration ausländischer Mitbürger, das Problem der Homosexualität, die man seiner Meinung nach heilen kann und sollte. Und natürlich die Frauen.

Dazu schreibt Noertlinger: „Ich bin ja der Meinung, dass Frauen wissen sollten, wo sich ihr Platz in der ehelichen Hierarchie befindet, und es hat mich verstört und sogar ein wenig erschrocken, als ich heute feststellen musste, dass es eine Frauen Union innerhalb der CDU gibt.“ Und dann folgert er glasklar: „Ich denke, wir brauchen diese linksliberalen Feministinnen nicht in unserer Partei.“ Gut gebrüllt. Und den Hinweis auf seiner Netzseite, dass dieses Blog Satire sei, den nehmen wir einfach nicht zur Kenntnis. Schließlich spricht Noertlinger aus, was viele denken!

Zum Schluss unser Linktipp der Woche: Das Video He’s Barack Obama

Ernst Corinth 17.06.2009
Netzgeflüster Europawahlen und Twitterbekenntnisse - Die Piraten kommen
Ernst Corinth 10.06.2009
Netzgeflüster Suchmaschine BING - In den Sumpf
Ernst Corinth 03.06.2009