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14:38 01.09.2010
Von Ernst Corinth
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Und auf der der populäre Buchautor seine Erlebnisse in Reinhold Beckmanns Quasselrunde am vergangenen Montag schildert: „Beckmann selbst versteht mich und muß selbstverständlich seine Rolle spielen. Beide wollen wir möglichst viele Menschen erreichen, deswegen nehme ich ihm es auch nicht übel, wenn er in seiner Art den Eindruck erweckte, er wolle mich zum Abschuß freigeben. Wir beide wußten, daß es schon erheblich mehr bedarf als diese paar eingeladenen Gegner.“ Dann folgen ein bisschen Häme über die besagten Gegner. Und anschließend ein kurzes Resümee: „Wer die Sendung gesehen hat, weiß, daß sich alle die Zähne an mir ausgiebig ausgebissen haben. Der Wahrheit kann man nun mal nichts entgegenhalten. Nach meiner Buchvorstellung gab es im Übrigen eine Umfrage bei N 24. 95 % fanden, dass ich mit meinen Aussagen nicht zu weit gegangen bin. Dass passt zu dem, was ich von Zeitungen höre über Leserbriefe.“

Ja, Sarrazin, der derzeit auf allen Kanälen als Kinderschreck auftaucht, hat es tatsächlich geschafft. Er ist, wie diese bis auf das irre „ß“-Kuddelmuddel durchaus gelungene Fake-Homepage zeigt, inzwischen parodietauglich. Denn demagogisch ist er nun tatsächlich ein Riese, obwohl er – zum Glück! – rhetorisch immer noch ein nuschelnder Zwerg ist. Seine Popularität ist jedenfalls auch im Netz enorm. So findet man beispielsweise beim Versandhändler Amazon derzeit fast nur positive Leserbesprechungen seines skandalumwitterten Buches. Was nebenbei beweist, dass die schweigende Mehrheit ganz schön laut schweigen kann.

Bei den islamfeindlichen Portalen wie Henryk M. Broders „Achse des Guten“ oder den Strammrechten von „Politically Incorrect“ ist er ein Star. Und über seine aktuelle Befindlichkeit berichtet täglich ergänzend Bild.de („Darf man bei uns nicht mehr seine Meinung sagen?“).

Und auch bei Twitter ist Sarrazin ein Topthema. Zwei nette Beispiele:
„Gen-Forscher Sarrazin plant neue Partei ,DUS’ = Dumme unter sich“. Und:
„eigentlich hat #sarrazin uns einen gefallen getan, jetzt sehen wir, wer sich alles so versteckt hat die letzten jahre...“ Jetzt fehlt also nur noch Eva. Hermann natürlich! Wer denn sonst?

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