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Netzgeflüster Keine Lizenz für 007
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17:28 10.01.2009
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Darüber lacht im Netz nicht nur die Raubkopierer-Szene: Viel Wind wird ja um den neuen James-Bond-Film gemacht. Und wie immer gab es vor dem eigentlichen Start des Streifens Vorpremieren für Prominente. Auch in Bukarest, wo allerdings mitten in der Vorstellung plötzlich der Film abbrach. Und Schuld hatte die späte Uhrzeit. „Unsere US-Partner hatten uns Passwörter für die Ausstrahlung des Films gegeben, da es ja die Vorpremiere war, aber die sind um 22.00 Uhr abgelaufen,“ sagte ein Kinovertreter gegenüber dem Online-Magazin Mediafax.

Ja, der Schutz vor Raubkopierer wird immer besser. Nun trifft er also auch die VIPs. Nur komisch, dass bereits kurz nach seinem Start dutzende Kopien des James-Bond-Films im Netz kursierten, übrigens auch von einer deutschsprachigen Kinofassung. Und Google nennt bei einer entsprechenden Suche sogar mehr als 700.000 Treffer.

So, anderes Thema. Ein Leser wies mich kürzlich auf das BlogGinas Weg“ hin. Dort berichtet eine Frau über ihr Leben mit einer lebensbedrohenden Krankheit. „Nun, ich habe Krebs,“ schreibt dazu Gina, „einen mittlerweile in die Leber metastasierten neuroendokrinen Tumor, auch multiples Dünndarmkarzinoid genannt.“ Um mit dieser Krankheit besser umgehen zu können, betreibt Gina Sport. Und im Sommer 2009 möchte sie dann wieder, wie früher, Mountainbikerennen fahren.

Aber auch das Schreiben über ihre Erkrankung ist für die Bloggerin eine Form der Therapie. Und hilft vielleicht Leuten, die ein ähnliches Schicksal haben. „In diesem Blog berichte ich über das, was ich erlebe, über die Menschen, denen ich begegne, über Fortschritte und Rückschläge. Meine Motivation dazu? Tja… Vielleicht will ich etwas (mich?) beweisen. Vielleicht will ich anderen Betroffenen (und Mitbetroffenen) Mut machen. Eines aber will ich ganz sicher: Ich will LEBEN.“

Aber es gibt auch eher heitere Themen. Beispielsweise die Probleme, die ein neuer Fahrradsattel bereiten kann. Der verlangt nämlich, heißt es unter der Überschrift „Am A...“, eine Umformung des Gesäßes, die äußerst schmerzhaft sein kann. „Meine Fahrtechnik hat sich diesem Prozess angepasst. So saß ich heute etwa eine Stunde auf dem Rad - und eine weitere fuhr ich im Stehen. Morgen habe ich Ruhetag. Mein Hintern freut sich darauf.“

Seit vergangen September hat das Blog rund 12.700 Besucher gehabt. Und bei „Ginas Weg“ fand ich dann auch den Link zu „Multiples“. Ein Blog, in dem eine 38-jährige Frau über „die Diagnose Multiple Sklerose und mein Leben damit“ schreibt. Auch diese Netzseite ist nicht nur für Betroffene lesenswert. Und beweist, wie man das ach so wilde Netz eben auch nutzen kann: als Form der Therapie und als Möglichkeit sich mit anderen auch über ernsthafte Dinge ernsthaft auszutauschen.

Zum Schluss ein paar nachdenkliche Links:
Interview with a Nigeria-Spammer
Fett war gestern, Dosenfleisch ist heute – Spam-Kunst
Best porn intro ever – Video
Und Kochbar-Rezeptsuche

Von Ernst Corinth

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