Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Netzgeflüster Mehr Schutz für Internet-Ausdrucker
Nachrichten Medien & TV Netzgeflüster Mehr Schutz für Internet-Ausdrucker
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
18:30 06.05.2009
Von Ernst Corinth
Anzeige

Die Steigerung dieses Schmähbegriffs ist nämlich Internet-Ausdrucker, und die findet man, glauben zumindest viele, vor allem unter Politikern. Gegen sie wendet sich nun die
Initiative „Politiker-Stopp. Jetzt wird zurückzensiert.“ Auf ihrer Netzseite heißt es dazu: „Wie jeder weiß, können Politiker Computer nicht bedienen. Deswegen bekommen sie Internetseiten immer nur als Ausdruck ihrer Bediensteten zu Gesicht.“

Genau das soll nun verhindert werden. Um Seiten vorm Ausdrucken zu schützen, brauchen Netzseitenbetreiber nur einen recht simplen Code in ihre Seite einbauen. Wenn dann jemand die entsprechende Website ausdrucken möchte, dann erscheint auf dem Ausdruck lediglich ein fettes rotes Politiker-Stopp-Schild. Und darunter steht: „Ihr Browser versucht gerade eine Seite aus dem sogenannten Internet auszudrucken.“ (...) „Da Politiker im Regelfall von neuen Dingen nichts verstehen, halten wir es für notwendig, sie davor zu schützen.“

Eine nette gemeine Idee, die allerdings, wie Golem.de schreibt, nicht mit allen Browsern perfekt funktionieren soll. Angestoßen wurde diese Aktion von den angedrohten Internet-Sperren, die besonders von Familienministerien Ursula von der Leyen vorangetrieben werden. Und die viele Fachleute, aber auch Politiker für ein ungeeignetes Mittel im Kampf gegen Kinderpornografie halten. Außerdem wird befürchtet, dass nach und nach weitere unerwünschte Netz-Bereiche auf die vom BKA erstellte Sperrliste kommen könnten. Siehe dazu Heise.de.

Zudem sind solche Sperren leicht zu umgehen. Wie leicht, zeigt ein Video bei YouTube. Und wem das zu kompliziert ist, der kann beispielsweise auf die Weiterleitungsseite Graficosdelcaribe.com gehen. Mit ihr kann man unter anderem die Ländersperre von YouTube umgehen, aber auch von Firmen oder Hochschulen gesperrte Seiten aufrufen.

Und seit vergangenem Montag gibt es nun auch eine öffentliche Online-Petition gegen Internet-Sperren beim Petitionsausschuss des Deutschen Bundestages, die bis Mittwochmittag bereits rund 32.000 Menschen unterzeichnet haben.

Initiiert wurde die Petition von Franziska Heine, vom Arbeitskreis gegen Internet-Sperren und Zensur, und in einer Presserklärung sagt sie dazu: „Durch die Sperren werden die Inhalte nicht aus dem Internet entfernt, sondern nur ausgeblendet. Die Sperren sind, wie die Bundesregierung selbst zugibt, einfach umgehbar. Da die meisten Inhalte aus westlichen Ländern einschließlich Deutschland verbreitet werden, wäre es einfacher und effektiver die Inhalte an der Quelle zu entfernen.“

Zum Schluss unser Link-Tipp der Woche: Ein Video über eine wirklich peinliche Panne.

Ernst Corinth 29.04.2009
22.04.2009
15.04.2009