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Netzgeflüster Meine Öffentlichkeit muss Privatsache bleiben
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13:49 18.08.2010
Von Ernst Corinth
Proteste gegen die Proteste gegen Google Street View.
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Na endlich tut mal einer was. Und der was tut, das ist der Johnny vom Blog Spreeblick.com. Der Berliner hat eine Aktion gestartet, bei der man auf Google-Maps zeigen kann, dass man was gegen Google-Street-View hat.

Dabei wedelt man auf der Google-Karte am besten mit der Protestflagge, in dem man ein Foto von sich und seinem Wohnhaus dort geographisch korrekt hochlädt, dazu veröffentlicht man dann noch ein paar kraftvolle Worte gegen die Street-View-Spione. All das ist dann für alle, die bei Google angemeldet sind, sicht- und lesbar. Und es wird bestimmt auch die Verantwortlichen in dem amerikanischen Welt-Konzern zutiefst beeindrucken. Und wenn die nicht, dann reicht es bestimmt noch für unsere bayerische Verbraucherministerin, die auch den Schnüfflern von Facebook schon Mores gelehrt hat. Und deren Name mir gerade nicht einfällt.

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Egal! Auch das Netzgeflüster hat sich an dieser Aktion natürlich sofort beteiligt. Es geht schließlich keinem auf dieser Welt etwas an, wie das Haus in der hannoverschen Oststadt ausschaut, in dem ich lebe, wohne, schlafe, arbeite und so weiter. Womöglich waren auch gerade meine Fenster nicht geputzt, als Googles Knipserauto vorbeifuhr. Und überhaupt, wo kommen wir dahin, wenn jeder unsere Hausfassade sehen kann. Die entsprechende Google-Protestkarte kann man sich hier anschauen. Und auch die wortreichen Stellungnahmen der bisherigen Protestanten - Beispiele: „Aber hallo. Ohne mich!“, „Meine Öffentlichkeit muss Privatsache bleiben!!“, „Ich bin auch total dagegen.“ Und besonders gelungen: „Werde gleich eine Facebookgruppe gründen mit vielen Protestfotos von mir.“ - Slogans, die einfach Mut machen!

Über den Spruch: „Ich mag gerne Bohnengemüse. Aber StreetView ist irgendwie blöd, also manchmal, manchmal ist es auch gut“ denke ich allerdings noch nach. Und in diesem Zusammenhang sei noch einmal an die mutigen Düsseldorfer Bürger erinnert, die gegen Google-Street-View protestiert haben, in dem sie sich vor ihrem Haus haben ablichten lassen. Und zu diesem Foto hat RP-Online dann auch noch die vollen Namen der Protestierenden genannt. Ja, so schützt man seine Privatsphäre vor dem Moloch Öffentlichkeit.

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