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Netzgeflüster Plastikpflanzen machen Mut
Nachrichten Medien & TV Netzgeflüster Plastikpflanzen machen Mut
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18:30 18.03.2009
Von Ernst Corinth
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An den Anblick von Menschen, die auf der Straße oder in Läden laut Selbstgespräche führen, hat man sich ja inzwischen gewöhnt. Meist sind das keinesfalls mental irgendwie gestörte Leute, sondern sie haben einen Knopf im Ohr und führen auf diese Weise dann eben Telefongespräche. Und dann soll es auch Menschen geben, die mit ihren Zimmerpflanzen regelmäßig reden. Weil das angeblich gut für das Wachstum des geliebten Grünzeugs sein soll. Aber dass jemand intensiv mit einer Plastikpflanze spricht, das war bis vor kurzem wohl kaum vorstellbar. Doch inzwischen ist genau das schwer angesagt - in Japan natürlich!

Dort kam im vergangenen Herbst ein Spielzeug mit dem Namen Pekoppa auf den Markt. Dabei handelt es sich um einen etwa fünf Zentimeter hohen Plastiktopf, in dem ein grüner Stängel steckt mit je einem gezackten Blatt links und rechts. Wenn man nun, berichtet jedenfalls Tagesschau.de, mit dieser Plastikpflanze redet, dann reagiert sie genau in den Pausen und fordert gleichsam durch ein Nicken den Betreffenden auf weiter zu sprechen. Man wird also ermuntert über sich und andere zu sprechen. Und dadurch soll man angeblich auch lernen, Gefühle besser auszudrücken.

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Das sieht zwar alles, wie ein Film bei YouTube zeigt, mehr als sonderbar aus, gleichwohl kaufen immer mehr erwachsene Japaner eine Pekoppa für umgerechnet rund 18 Euro. Und dann wird halt gequatscht auf Plastikpflanze komm raus. Komische Zeiten erfordern eben komisches Spielzeug.

Aber es gibt auch komische Meldungen. Demnach ist die von Rechtsradikalen und Neonazis gern getragene Marke Thor Steinar ausgerechnet von einem arabischen Investor übernommen wurden. Unglaublich! Und ganz zu Recht merkt dazu ein Blog der „TAZ“ an: „Ist damit der Ausländerhass passé? Ist Thor Steinar damit ab sofort ,nur noch' eine antisemitische Marke?“ Oder verzichten die Neonazis zukünftig gar auf Thor-Steinar-Klamotten? Man wird es ja sehen, spätestens am 1.Mai in Hannover.

Komisch war auch eine Meldung bei Heise.de. Demnach denken Jugendschützer intensiv nach über eine Sendezeitbegrenzung für Erotikseiten im Internet. Vorbild ist das Fernsehen, wo bekanntlich nicht für Jugendliche geeignete Sendungen erst spätabends ausgestrahlt werden dürfen. Und nun soll eben auch online vor 23 Uhr kein Sex mehr angeboten werden. Das lässt sich gewiss umsetzen, aber nur mit deutschsprachigen Seiten. Und da die meisten Erotikseiten in den USA beheimatet sind, wo die Uhren ganz anders ticken, bringt das fast gar nichts. Nein, das ist und bleibt eine Schnapsidee.

Unser Linktipp der Woche ist das Video mit dem viel sagenden Titel „Kung Fu Baby“.

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