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14:31 21.11.2010
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So verschickten am Mittwoch die Betreiber der Personensuchmaschine 123people.de eine Info, die auflistet, welche Behörden und Institutionen am häufigsten auf den von ihr angebotenen Service zurückgreifen. Also die so erfahren wollten, was man übers Netz über einzelne Personen eben weiß. - Das Internet vergisst ja bekanntlich nie, auch nicht die peinlichsten Jugendsünden, wenn sie sich mal ins Netz verirrt haben sollten.

Die meisten Anfragen kamen aber nicht, wie man als alter Verschwörungstheoretiker annehmen sollte, von der CIA oder noch schnöder vom Verfassungsschutz, sondern von der Bundesagentur für Arbeit. Es folgen auf den Plätzen zwei und drei das Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung und das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik. Das erste Unternehmen übrigens liegt mit der Network Volkswagen AG auf Rang sechs. Die Arbeitsagentur erstellt also offenbar Netzprofile oder überprüft Profile von Arbeitssuchenden übers Netz. Und wer über die Agentur nach Arbeit sucht, sollte sich daher genau überlegen, was er im Netz beispielsweise bei Facebook oder StudiVZ über sich veröffentlicht.

Über mich erfährt man über die Suchmaschine beispielsweise, dass ich das Wasser- und Schifffahrtsamt in Duisburg-Meiderich leite. Ja, Flexibilität ist heutzutage eben alles. Und auch die Fotos von mir, die man über 123people.de findet, sind nicht schlecht – unter anderem eines von Demi Moore aus dem Film „Striptease“.

Für Striptease im Netz ist auch der CDU-Bundestagsabgeordnete und Vorsitzende der Enquete-Kommission "Internet & Digitale Gesellschaft" Axel E. Fischer, der kürzlich ein „Vermummungsverbot im Internet“ (also die Aufhebung der Anonymität) gefordert hat. Und damit aber ein Eigentor geschossen hat, weil er nämlich vergessen hatte, auf seiner eigenen Netzseite ein gesetzlich gefordertes Impressum zu veröffentlichen.
Daraufhin haben sich viele über Twitter den Scherz erlaubt, weitere tolle Forderungen des Abgeordneten sich auszudenken.

Das liest sich dann so: Axel E. Fischer, CDU, fordert Nichtraucherschutz in sozialen Netzwerken, fordert Wärmeschutzverglasung für Windows, Buchpreisbindung für Facebooks, Sicherheitsabstand auf Datenautobahnen, Kondome für sicheren Datenverkehr oder recyclingfähige Spamfilter. Mehr Beispiele gibt es bei: www.netzpolitik.org/2010/meme-axel-e-fischer-fordert
eco

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