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Netzgeflüster Quasselnd rund um die Welt
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13:22 10.03.2010
Von Ernst Corinth
Quelle: Screenshot

Und auf der man mit zufällig vom System ausgesuchten Leuten kostenlos per Videochat verbunden wird. Wenn einem die Wahl nicht gefällt, drückt man seinen Gegenüber kurzerhand weg und schon erscheint der nächste freiwillige Chatter. Und so weiter. Und so fort.

Diese Zufälligkeit und die dabei stets bewahrte Anonymität der jeweiligen Chatter ist wohl der besondere Reiz dieser quasselnden Vergnügung. Dabei schaut man ständig, wie beim Reality-TV, in fremde
Wohn- oder Arbeitszimmer, kann mit Leuten aus der ganzen Welt reden.

Was, wie ich kürzlich erfahren durfte, tatsächlich auch problemlos funktioniert. Allerdings haben sich am frühen Nachmittag wegen der Zeitverschiebung kaum US-Amerikaner bei Chatroulette herumgetrieben.

Die entsprechende Netzseite selbst ist fast spartanisch karg: Zwei Fenster, auf denen man selber und der Chatpartner erscheinen. Und dazu ein Feld, um Text einzugeben. Fertig ist ein Internet-Hit! Mutig, wie ich bekanntlich bin (hüstel!), habe ich also zugelassen, dass eben dort das Live-Bild meiner Webcam zu sehen ist, danach hab ich auf den Button „New game“ gedrückt. Und kurz darauf erschienen erst einmal zwei jugendliche Chatter, die mir unverschämterweise sofort den Stinkefinger gezeigt haben. Und die ich dann als Strafe sofort weggedrückt habe. Mögen sie in der Chat-Hölle, Ausfahrt 666 schmoren! Egal, weiter geht's: Mit zwei jungen Herren, die verdächtig arabisch ausschauen. Und, wie sie sagen, tatsächlich auch aus Tunesien stammen. Dass ich aus „Germany“ komme, fanden die zwei übrigens ganz nett. Das nennt man also Völkerfreundschaft.

Danach tauchten noch meist kurz mehrere jugendliche Chatter auf, die vermutlich auf der Suche nach weiblichen Gesprächspartner waren. Auch eine junge Frau – oh Gott: im BH! – ist wenige Sekunden lang zu sehen, ein paar männliche Exhibitionisten dürfen natürlich nicht fehlen. Und sogar ein junger Mann aus China, der durchaus gesprächsbereit ist, erscheint plötzlich auf meinem Monitor. Chatroulette, sagt der China-Mann auf meine Frage, sei in seinem Land noch nicht verboten. Na bitte!

Kurzum: Wer Lust hat, mal via Computer-Chat rund um die Welt zu reisen, der kommt bei Chatroulette durchaus auf seine Kosten. Aber Angst vor nackichten Spinnern sollte man dabei nicht haben. Und die auf der Netzseite angegebene Altersbegrenzung „mindestens 16 Jahre“ ist übrigens ein Witz.

Es ist ja CeBIT-Zeit. Und wer es nicht glaubt, der sollte mal versuchen in Hannover in der Zeit zwischen 17 und 19 Uhr ein Taxi zu bekommen.

03.03.2010

Heiliger Strohsack! Der Dalai-Lama ist jetzt auch beim Kommunikationsdienst Twitter. Diesmal ist es tatsächlich der echte, sein Account wurde verifiziert. Und innerhalb von nur wenigen Tagen haben seine Twitter-Nachrichten (Tweets) mehr als 98.000 Follower, also Abonnenten, gefunden.

Ernst Corinth 24.02.2010

Um das mal in aller notwendigen Offenheit zu sagen, die nun folgende Textpassage ist nicht von mir: „Berlin brummt, Friedrichshain vibriert. Hier sind wieder die Rastas, Negros und Latinos, altes Holz und Haut und Staub, wir tanzen durch Gras-, Bier- und Soundwolken auf der Fête de la musique und es fühlt sich an wie ein wiederauferstandenes anarchisches Hippie-Paradies ...“

Ernst Corinth 17.02.2010