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Netzgeflüster Schön war die Zeit mit Twitter
Nachrichten Medien & TV Netzgeflüster Schön war die Zeit mit Twitter
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15:39 23.03.2011
Von Ernst Corinth
Twitter ist längst im Mainstream angekommen. Quelle: dpa
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Er lautete: „inviting coworkers". Danach dauerte es noch gut ein Jahr, bis sich Twitter für alle öffnete – erst in den USA und später auch bei uns. Und wer sich an die Anfänge erinnert, der bekommt schon nostalgische Gefühle.

Die Zahl der sogenannten Follower war anfangs eben noch übersichtlich, man wusste ungefähr, wer die abgeschickten Tweets mitliest, es entwickelten sich oft richtige virtuelle Beziehungen zu vorher Fremden, es gab nettes Gequatsche, lustige Dialoge und zum Glück nicht tiefsinniges Fachsimplen – notfalls auch über den besten Pizza-Bringdienst der Stadt und den damals stets drohenden Abstieg von Hannover 96. Und man wurde eingeladen zu den ersten herrlich improvisierten Netzshows – beispielsweise einer Kochsendung aus einer WG-Küche in Bochum.

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Dann jedoch entdeckten erst die Medien, danach die PR-Branche und die Psycho-Trainer Twitter. Und schließlich sogar die Justin-Bieber-Fans.

Heute ist das einst so locker unkonventionelle Medium längst im Mainstream angekommen. Und obwohl es ab und an noch einmal den Diktatoren dieser Welt die Zunge zeigt, bevor die das Internet dann in ihrem Land abstellen, ist der Hauptzweck von Twitter mittlerweile reine PR für alles Mögliche.

Aber natürlich gibt es immer noch Nischen. So sammelt die Seite welttwitteratur.de seit kurzem Tweets, in denen bekannte Werke der Literatur in 140 Zeichen zusammengefasst werden. Das liest sich dann so: „Die Erlebnisse eines kurzgewachsenen Adligen“ („Der kleine Prinz“), „Primaten bei schlechter Sicht“ (Dian Fossey: „Gorillas im Nebel“) oder „Ein Raumschiff mit einem Herz aus Gold, der Zweiköpfige und ein Typ im Bademantel geleitet von einem depressiven Roboter“ – und die Lösung dazu bitte in den Kommentaren.

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