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Netzgeflüster „Schulden zahlt jetzt der Staat"
Nachrichten Medien & TV Netzgeflüster „Schulden zahlt jetzt der Staat"
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17:30 10.01.2009
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Erst waren es die Banken, jetzt folgt die Autoindustrie und weitere Branchen werden sich bestimmt auch noch melden, um sich vom Staat finanziell aus der Patsche helfen zu lassen. In einer solchen Situation war eine Aktion längst überfällig. Eine, die uns allen zugute kommt und manchem Bürger den Gang zum Schuldnerberater erspart. Sie nennt sich „Schulden zahlt jetzt der Staat“ und wurde unter anderem initiiert von dem Blog „Der Rest meines Lebens“.

Dort wird ganz zu Recht beklagt, dass beim staatlichen Schuldenerlass bisher der Privatmann und der Mittelständler außen vor bleiben. „Das sind aber eben genau die Gruppen, die für den Konsum oder den Arbeitsplatzerhalt der Massen ausschlaggebend sind.“ Und man klagt nicht nur, sondern schreitet gleich zur Tat: „Angeregt durch die Aktion ,Schulden zahlt jetzt der Staat' von www.kanalb.org habe ich mal ein Formular zur Beantragung von Hilfsgeldern erstellt. Wie Herr Glos oft betont hat, langt bei den Banken ein formloser Antrag. Also sollte das bei uns auch der Fall sein.“

Das Formular, mit dem wir Bürger von nun an staatliche Gelder per Fax oder Brief beantragen können, ist wirklich simpel, ja, tatsächlich formlos und in höchstens zwei Minuten ausgefüllt. Wenn das Geld dann da ist, dann darf gefeiert werden. Und eine erste spontane Party gab es schon am 14. November in einer Berliner Commerzbankfiliale - mit Torte, Gesang und allem was nun einmal dazugehört. Ein Film darüber kann man sich übrigens im schon erwähnten Videoportal www.kanalb.org anschauen.

Besonders dringend benötigen in Deutschland die Bürger von Kiel Geld. Gefolgt von denen in Berlin, Nürnberg, Hannover, Koblenz und Düsseldorf. Das zumindest meint „Google Trends“, weil von Einwohnern dieser Städte in der letzten Zeit am häufigsten nach „Schuldnerberatung“ gegoogelt wurde. Am reichsten sind dagegen die Bürger von Karlsruhe, Regensburg und Augsburg. Dort wurde am häufigsten nach „Geldanlage“ gesucht. Und unter Fußpilz leiden am meisten die Einwohner von Wesel, Oldenburg und Erfurt, während man - Polizei mal aufgepasst! - in Gießen, Aachen und Leipzig oft nach „Bombenbau“ googelt.

Das ist alles natürlich nur eine Spielerei, aber mit einem durchaus ernsthaften Hintergrund. Denn ganz ähnlich funktioniert ja der neue Grippevorhersage-Dienst „Google Flu Trends“, den es bisher leider nur für die USA gibt. Aber das wird sich bestimmt bald ändern.

PS. Die größte Schnupfen-Ansteckungsgefahr besteht derzeit in München. Dort wurde nämlich am häufigsten in Deutschland nach „Hustenmittel“ gesucht.

Zum Schluss noch ein paar gesunde Links:
YouTube-Kanal von Monty Python
„My Friend Jack“ von und mit Laurel & Hardy
Zehn wirklich nette Tierfilme
Und „Webcitey auf CeBIT 09

Von Ernst Corinth

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