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Netzgeflüster Spaß mit der Telekom
Nachrichten Medien & TV Netzgeflüster Spaß mit der Telekom
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17:32 10.01.2009
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Über und mit Namen darf man ja leider keine Witze machen. Aber: Zum Gümbel noch einmal! Das hätte wohl kaum einer von dem neuen hessischen SPD-Spitzenkandidaten erwartet. Wer nämlich die Homepage der Marburger SPD besucht, der wird dort von einem dem Obama-Wahlkampf abgeguckten Logo begrüßt, von einem wie ein Honigkuchenpferd grinsenden Thorsten Schäfer-Gümbel. Und unter diesem Bild steht tatsächlich: „YO ISCH KANN.“ Nun fragt man sich im Netz: Ist das selbstironisch gemeint? Oder womöglich bierernst? Doch eines hat man damit auf jeden Fall erreicht: die Aufmerksamkeit - zumindest online - auf Schäfer-Gümbel zu lenken.

Von Hessen schalten wir jetzt um in die Servicewüste Deutschland unter dem Titel „Viel Spaß mit der Telekom“. Den hatten in den letzten Wochen gleich zwei Blogger, die darüber ausführlich auf ihren Netzseiten berichten. Zum einen der Schreiber des Pottblogs, der versucht hat das Fußball-Abo vom T-Home Entertainment zu kündigen. und zum anderen der Werbetexter und Journalist Thomas Ruthemann, der bei T-Online DSL bestellt hat.

Beide Fälle sind ganz ähnlich gelagert: Schreiben oder E-Mails an das Unternehmen verschwinden auf unerklärliche Weise. Und bis man an einen kompetenten Gesprächspartner kommt, vergeht jede Menge Zeit. Mal ein Beispiel dazu vom Pottblogger, der sein Abo bereits im Juli gekündigt hat per Einschreiben:

„Anfang Oktober:
Nach Erhalt der September-Rechnung rief ich zur Sicherheit noch einmal bei der Telekom an und erfuhr, dass meine Kündigung nicht eingegangen sei - aber man würde das ganze jetzt unkompliziert telefonisch erledigen. Ich würde auch eine Bestätigung bekommen.“ - Die jedoch kam nicht. Und die Kündigungsodyssee ging tatsächlich weiter bis in den November hinein. Eine unglaubliche Geschichte, die man hier nachlesen kann.

Noch härter hat es Ruthemann erwischt, der von seinem alten Provider zu T-COM wechseln wollte. Er schreibt: „Der auf der Webseite angebotene tolle Wechsel-Service der Telekom bestand jedoch in genau gar nichts. Ich musste selbst beim alten Provider kündigen, ich musste mich um den Wechseltermin kümmern.“ Und dann ging er vor wenigen Tagen offline, weil der Wechseltermin nicht eingehalten wurde aus merkwürdigen Gründen, die man hier nachlesen kann.

Beides sind leider wohl keine Einzelfälle. Und das bestätigt auch ein Kommentar eines Lesers des Pottblogs: „Ich arbeite selber bei einem bundesweit tätigen DSL- und Telefonanbieter (Wettbewerber von Telekom) und möchte eines sagen: Das ist nicht nur bei Telekom so, das ist überall so, und zwar die ganze Leier, rauf und runter.“ Und bis sich daran etwas ändert, wird wohl noch sehr viel Zeit vergehen. Zum Gümbel noch einmal!

Update: Das Obama-Schäfer-Gümbel-Logo stammt, wie inzwischen zu lesen ist, ursprünglich vom Designblog. Und es hat offenbar der SPD-Marburg so gut gefallen, dass sie es auf ihrer Netzseite übernommen hat.

Zum Schluss ein paar nachdenkliche Links:
Servicewüste Deutschland: „Schlechte Service-Noten für DSL-Anbieter
„Schäuble und der Freudsche Versprecher“ - Video
Tanzende Eichhörnchen - Video
Und ein ganz schlimmer Papagei - Video

Von Ernst Corinth

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