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Netzgeflüster Totgesagte leben länger
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16:50 01.07.2009
Von Ernst Corinth
Quelle: Screenshot
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Angeblich, hieß es auf einer Online-Nachrichtenseite und danach sofort bei Twitter, sei der 43-jährige britische Pop-Sänger Rick Astley in Berlin in seinem Hotelzimmer tot aufgefunden wurden. In kürzester Zeit war diese Geschichte das Hauptgesprächsthema bei Twitter, die Leute zeigten sich entsetzt wegen des scheinbar umgehenden Prominentensterbens und dann erleichtert, dass die Meldung doch nur ein Fake war. Was man allein schon daran sehen konnte, dass die Todesnachricht vom Montag, den 30. Juni, stammen sollte. Und den Tag gab es ja dieses Jahr bekanntlich nicht.

Die Aufmerksamkeit war besonders groß, weil Astley ein richtiger Internet-Prominenter ist. Das Musikvideo zu seinem Hit Never Gonna Give You Up wurde nämlich in den letzten Jahren millionenfach benutzt, um Leute zu veralbern. Mit einem vermeintlich interessanten Link wird man dabei auf das Filmchen mit dem singenden Astley gelockt. Rickroll nennt man dieses Spielchen inzwischen. Und dann lag bei der falschen Todesnachricht das Wortspiel RIProll natürlich auf der Hand.

Und es scheint sowieso ein neuer makaberer Sport zu sein, Prominente bei Twitter sterben zu lassen. In der letzten Zeit hat es beispielsweise erwischt Jeff Goldblum, George Clooney, Natalie Portman, Britney Spears und nun eben den offenbar genauso quicklebendigen Astley. Zu diesem seltsamen Vergnügen passt ganz gut die Seite Fake A Wish, auf der man falsche, aber echt aussehende Todesmeldungen einfach erstellen kann. Wenn man es nötig hat...

Kaum war Astley also wieder am Leben, kam schon der nächste Hammer. Gemeldet wurde der Verkauf von The Pirate Bay für sechs Millionen Euro an die bei uns völlig unbekannte Firma Global Gaming Factory. Viele hielten die Nachricht anfangs für einen arg verspäteten April-Scherz, die dann jedoch von den schwedischen Piraten in ihrem Weblog selbst bestätigt wurde.

Außerdem hieß es dort, werde zukünftig The Pirate Bay nichts mehr mit illegalen Daten zu tun haben. Ein wahrer Schock für die Download-Szene, schließlich handelt es sich bei dieser Seite, die seit fünf Jahren online ist, um die – vereinfacht gesagt – weltweit größte Suchmaschine für Raubkopien von Filmen, Musik oder Software. Und sie gehört zu den meistbesuchten Netzseiten überhaupt.

Als Gründe des Verkaufs nannten die Piraten, dass ihnen ihr Projekt über den Kopf gewachsen sei – auch finanziell. Und dass sie nun mal wieder etwas völlig Neues machen wollen. Es heißt also mal wieder: Abwarten und Tee trinken auch und gerade für die Vertreter der Musik- und Filmindustrie, die The Pirate Bay schon seit Jahren verbissen bekämpft haben.

Zum Schluss unser Linktipp der Woche: Ein äffisches Video, das völlig ungeschminkt animalischen Sex zeigt.

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