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Netzgeflüster Wir haben ein Problem
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16:09 01.10.2010
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Oh Mann, war das knapp. Fast wäre das Netzgeflüster dieses Mal ausgefallen. Das Internet war nämlich kaputt. Und ohne Netz gibt es eben kein Geflüster. Bevor ich mich also mal wieder in die Warteschleife der Telekom gewagt habe, habe ich natürlich gemacht, was man bei jeder Störung – egal welches Gerät oder Medium – heutzutage machen muss; und zwar den Stecker ziehen. Gebracht hat dieser einzigartige Universaltrick allerdings nichts, blieb also doch nur die Hotline, bei der man sich für Außenstehende stets zum Affen macht. Es sei denn, man hält es für normal, dass jemand sein Telefon anschreit: „Störung ... Verdammt, nicht Beschwerde! Stööörung ...“ Die Musik in der Warteschleife lässt übrigens immer noch zu wünschen übrig. Auch das typische Telekom-Gebimmel zwischendurch geht einem nach einer gefühlten Stunde schon gewaltig auf die Nerven. Und dass bereits, wie es immer wieder automatisch heißt, ein Mitarbeiter für mich reserviert wurde, mag glauben, wer will. Neu war jedoch dann der ebenfalls automatische Spruch „Wir haben ein Problem“, mit dem mein erster Anruf nach etwa zehn Minuten abrupt beendet wurde. Dass die Telekom auch ein Problem hat, ist für genervte Kunden übrigens kein rechter Trost. Aber man kann es ja mal versuchen.

Beim zweiten Versuch habe ich dann ein anderes Wort gebrüllt, was der automatische Telekom-Spracherkenner auch gleich verstanden hat, und bin nach einiger Zeit tatsächlich auch zu einem Mitarbeiter durchgestellt wurden. Der Mann - das darf man doch wohl noch sagen? - war dann freundlich und äußerst kompetent. Und schließlich ging mit seiner Mithilfe das Internet dann nach einer Stunde wieder.

So weit, so nervig! Ein Netztipp darf auch in dieser Netzgeflüster-Notausgabe natürlich nicht fehlen: das Abmahnung-Blog eines hannoverschen Rechtsanwaltes, das einen aktuellen Überblick bietet über Abmahnungsfälle im Netz. Offensichtlich leben ganze Kanzleien inzwischen davon ziemlich teure Abmahnungen zu verschicken. Bei illegal heruntergeladenen Musikdateien ist man mit etwa 500 bis 800 Euro dabei, bei Filmen kostet der gesetzlose Spaß dann bis zu 1000 Euro. Ermittelt werden die Täter wohl von Agenturen, die das Netz vor allem nach raubkopierten deutschen Titel durchsuchen. Und sich dann anschließend an ihre recht simple Ermittlungsarbeit machen.

Filmdateien werden bei diesem Abmahnungsgeschäft immer populärer. Und wer aktuelle deutschsprachige Titel wie gerade „The Town“ – Stadt ohne Gnade“ illegal herunterlädt, der macht auch manchen deutschen Anwalt froh – rein finanziell natürlich.
eco

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