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Netzgeflüster Wohin mit dem Ding?
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12:43 14.07.2010
Von Ernst Corinth
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Im Zug dagegen saß vor einem Tag ein Twitterer mit dem Usernamen Blog2.de und meldete Folgendes: „Habe nur verständnisloses Schulterzucken geerntet, als ich den Schaffner nach dem FKK-Abteil gefragt habe.“ Das ist natürlich Galgenhumor, und damit können Mitarbeiter der Bahn von Amts wegen schon nichts anfangen.

Da nun wirklich die Saure-Gurken-Zeit begonnen hat und ich zum Glück auch in keinem Teutonengrill, sprich ICE, sitze, noch mal kurz zurück zur WM mit der Frage: Wohin mit dem Ding? Gemeint ist die Deutschlandfahne, die die letzten Wochen das Bild unserer Städte bestimmt hat. Und die nun bis zur Europameisterschaft in zwei Jahren – nun ja – überflüssig geworden ist. Zumindest als Autoradioantennenschmuck. Bei der letzten WM vor vier Jahren sollen nach Schätzungen bis zu fünf Millionen Flaggen verkauft worden sein. Und sehr viel weniger sind es in diesem Jahr offensichtlich auch nicht gewesen.

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Doch trotz dieser enormen Zahl gibt es immer noch keine nationale Fahnenrückgabeverordnung. Eine mehr als merkwürdige Gesetzeslücke! Da die meisten Billigfahnen aus Synthetik sind, gehören sie in Hannover nicht in den blauen Sack, schließlich ist so eine Flagge kein Altpapier.

Und da sie auch kein Verpackungsmüll sind, dürfen sie auch nicht in den gelben Sack. Was bleibt, ist die Mülltonne für den Restmüll. Dabei muss aber sichergestellt sein, dass der Müll nicht verbrannt wird. Denn das Verbrennen der deutschen Fahne ist verboten, und das kann dann teuer werden. Allerdings ist auch das Lagern in Deponien auf die Dauer keine Lösung, weil dadurch Farben und andere Chemikalien in das Grundwasser geraten können.

Wer also sicher gehen will, fragt am besten mal bei seinem kommunalen Müllunternehmen nach, ob dort womöglich auch Flaggen-Restmüll gesetzwidrig verbrannt wird. Und wenn ja, muss man die Fahne eben behalten. Sicher ist sicher. Und es wird Zeit, dass es für dieses drängende Problem endlich eine Lösung gibt. Die nächste WM kommt bestimmt.

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