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Convention Camp "Es gibt nur Teilnehmer – keine Referenten und Zuhörer"
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16:09 17.10.2011
Organisator Jan Theofel. Quelle: Handout
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HAZ.de: Mit welchen Themen beschäftigt sich Ihr Barcamp?
Jan Theofel: Das Stuttgarter Barcamp hat dieses Jahr keinen Themenschwerpunkt gesetzt. Wie bei anderen Barcamps steht natürlich Social-Media, Internet und die zugehörigen Technologien im Mittelpunkt. Etwa 80 Prozent unserer Sessions haben sich mit diesem Thema beschäftigt. Die anderen Sessions waren offener und haben sich beispielsweise mit Verhandlungsstrategien, dem Brettspiel TAC, Ernährung und Selbstfindung beschäftigt.

Was ist das Besondere an Ihrem Barcamp?
Insgesamt genießt das Stuttgarter Barcamp einen sehr guten Ruf. Einer der Teilnehmer 2011 bezeichnete es in seinem Blogpost als "ein Highlight der Deutschen Barcamp Szene". Dabei spielt die Location mitten in Stuttgart und das sehr gute Essen sicherlich eine wichtige Rolle. Ansonsten versuche ich das Barcamp immer mit Highlights zu bereichern, wie beispielsweise den Massagen im letzten Jahr oder dieses Jahr mit einer Filmvorführung. Für nächstes Jahr plane ich noch ein umfangreicheres Begleitprogramm.

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Wieviele und was für Besucher nehmen teil?
Das Stuttgarter Barcamp findet klassisch Samstag und Sonntag statt. Am Samstag hatten wir etwas 220 Besucher, am Sonntag etwa 170. Der große Teil kam aus Baden-Württemberg, etwa 1/5 waren Frauen. Bei den Berufen haben wir ein buntes Bild von Schülern über Studenten, Mütter, Freelancer, Angestellte bis hin zu Unternehmern. Ich finde diese Mischung gut und wichtig, weil so in den Sessions viele verschiedene Sichtweisen eingebracht werden.

Zusätzlich gibt es in Stuttgart aber auch Überlegungen für ein weiteres Experten-Camp, wo wir auch konzeptionell etwas Neues ausprobieren wollen. Vorläufiger Titel ist "AskCamp", weil die Sessions fragengetrieben sein sollen.

Warum organisieren Sie diese “Un-Konferenzen"?
Es macht mir großen Spaß, eine solche Veranstaltung zu organisieren. Und das positive Feedback sind für mich ein besonders schönes Geschenk, was ich zurück bekomme.

Welche Unterschiede gibt es zwischen den “klassischen Konferenzen” und Barcamps?
Gerade im Bereich von Social-Media und dem Internet ändern sich viele Dinge extrem schnell. Da sind Barcamps, bei denen die Sessions und damit die Themen erst am selben Tag festgelegt werden viel flexibler als Konferenzen. Wenn gestern ein neuer Dienst aufgemacht hat, wird er heute auf einem Barcamp schon diskutiert. Es gibt keine monatelange thematische Planung die zum Zeitpunkt einer Konferenz oft schon überholt ist. Zum anderen gibt es bei Barcamps eben nur Teilnehmer, keine Referenten und Zuhörer. Bei klassischen Konferenzen kommt es oft vor, dass im Publikum viele Leute sitzen, die mehr vom Thema verstehen als der Redner. Bei Barcamps ohne diese Trennung kann jeder sein Wissen einbringen und so alle viel effizienter voneinander lernen.

Besuchen Sie auch andere Barcamps? Und wenn ja, welche?
Ich habe inzwischen knapp 40 Barcamps besucht. Wegen der besseren Erreichbarkeit, aber bislang nur im deutschsprachigen Raum.

Wann organisieren Sie Ihr nächstes Camp?
Das 5. Stuttgarter Barcamp findet am 22./23. September 2012 statt. Vielleicht werde ich aber auch schon vorher ein anderes Camp organisieren - das ist noch offen.

Florian Heinz 17.10.2011
10.10.2011