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re:publica - die Internetkonferenz Netzaktivisten wollen Abgeordnete adoptieren
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15:02 03.05.2012
Foto: Auf der Suche nach neuen Ideen: Über 4000 Teilnehmer machen sich auf der re:publica Gedanken über Modelle für Internet, Gesellschaft und Politik.
Auf der Suche nach neuen Ideen: Über 4000 Teilnehmer machen sich auf der re:publica Gedanken über Modelle für Internet, Gesellschaft und Politik. Quelle: dpa
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Berlin

Netzaktivisten wollen Bundestagsabgeordnete verstärkt mit ihren Anliegen konfrontieren. Dazu stellte der Verein Digitale Gesellschaft auf der Zukunftskonferenz re:publica die Initiative "Adoptier Deinen Abgeordneten" vor. Die Idee: Internetnutzer werden "virtuelle Paten" und informieren öffentlich über ihre Kommunikation mit den Abgeordneten.

Als Beispiel nannte die Stellvertretende Vorsitzende des Vereins, Lavinia Steiner, eine Patenschaft mit dem CDU-Innenpolitiker Wolfgang Bosbach und Beratungen über die Vorratsdatenspeicherung. "620 Abgeordnete brauchen einen Paten", sagte Steiner am Donnerstag in Berlin.

"Wir haben das Problem, dass sehr viele Initiativen da sind, die einfach gestoppt werden müssen", sagte der Vereinsvorsitzende Markus Beckedahl und nannte neben der Vorratsdatenspeicherung das internationale ACTA-Abkommen zum Urheberrecht. "Der ganze netzpolitische Diskurs ist leider noch ein Abwehrkampf." Der seit einem Jahr bestehende Verein Digitale Gesellschaft wolle Nutzerrechte gegenüber Politik und Wirtschaft vertreten und als gemeinsame Plattform für öffentliche Kampagnen von Netzaktivisten dienen.

Die re:publica beschäftigte sich an ihrem zweiten Tag auch mit kritischen Fragen zu privaten Eigentumsverhältnissen öffentlich genutzter Internet-Plattformen.  In einem weiteren Themenblock ging es um die Rolle Sozialer Medien im Arabischen Frühling. Fadi Salem von der Dubai School of Government sagte, dass die Online-Plattformen während der Proteste sehr intensiv für politische Zwecke genutzt worden seien.

In vielen Ländern der arabischen Welt habe etwa Facebook den Anstoß zu Demonstrationen gegeben. Zeynep Tufekci von der University of North Carolina sagte: "Soziale Medien verändern die Dynamik, wenn bereits Unzufriedenheit herrscht." Die re:publica versteht sich als "Spiegel der digitalen Gesellschaft genauso wie als Plattform der aktiven Netzgemeinde". In diesem Jahr sind rund 4000 Teilnehmer am Start.

dpa

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