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Medien & TV Rappen in Disneyland
Nachrichten Medien & TV Rappen in Disneyland
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19:34 22.10.2013
Von Deutsche Presse-Agentur dpa
Der Himmel kann warten: Rocco (v. l., Jan Josef Liefers), Sandra (Lisa Kreuzer), Marina (Ursula Strauss), Herr Klüger (Hans-Michael Rehberg), Sido, Dieter Jürgens (Dieter Hallervorden), Degenhard (Joachim Fuchsberger) und Sissi (Bibiana Zeller) wollen mit ihrer Musik zu Geld kommen und ihr Altenheim kaufen. Quelle: ARD
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Hannover

Ich will Entrecote, kein Püree.“ Dieser Satz ist Programm für die ARD-Komödie „Die Spätzünder 2 - Der Himmel soll warten“. Joachim Fuchsberger (86), Dieter Hallervorden (78) und Bibiana Zeller (85) spielen darin die aufmüpfigen Bewohner eines Seniorenheimes, die sich gegen die gut gemeinte Bevormundung durch das Pflegepersonal wehren. Sie wollen etwas erleben und nicht ihre kostbaren letzten Jahre mit Yoga, Gedächtnistraining und püriertem Abendessen verdaddeln. Wie schon im ersten Teil „Rocco & die Herzschrittmacher“ setzen sie dafür auf Musik. Rapper Sido bringt die Rentnerband mit seinem Musikerkollegen Rocco (Jan Josef Liefers) gehörig in Schwung. Zu sehen ist der kurzweilige Film Mittwochabend um 20.15 Uhr in der ARD.

In Teil eins waren „Rocco & die Herzschrittmacher“ umjubelte Stars. Doch nach einem Schwächeanfall von Degenhard (Fuchsberger) ist es vorbei. Statt Bühnenluft erleben die Oldies nun den Mief im Altenheim - schwer zu ertragen für Altrocker. Auch Neuankömmling Dieter Jürgens (Hallervorden) leidet. Der frühere Sternekoch ist schockiert, als ihm lustige Tierfiguren aus Karottenbrei und Fleischpüree serviert werden. Heimlich schleicht er sich nachts in die Küche und zaubert dort entgegen allen Diätvorschriften ein Sternemenü, sehr zum Entzücken der anderen Bewohner.

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Bald macht Dieter mit den anderen Revoluzzern gemeinsame Sache. Ihre Idee: Sie wollen mit ihrer Musik so viel Geld verdienen, dass sie das Heim endlich kaufen und nach ihren Vorstellungen verändern können. Das Problem ist nur: Der große Erfolg ist vorbei. In ihrer Not wollen es die Musiker mit Sido alias Sido versuchen, der ihnen das Rappen beibringen soll. „Der Himmel soll warten, ich hab’ noch was vor“ - so der neue Slogan der Musikerfreunde.

Angezettelt wird die Revolte schließlich von Degenhard. „Hier wird man ja regelrecht zu Tode belebt“, stellt er entsetzt fest. „Ist das jetzt ein Altenheim oder schon Disneyland für die Ewigkeit?“ Neben dem hochkarätigen Schauspielerensemble sind es vor allem Sätze wie diese, die den Reiz des Films ausmachen. Dieser zeigt allerdings einen sehr zahmen Sido: keine Spur von provokanten Songtexten oder Skandalen, wie etwa nach der Faustattacke auf einen österreichischen Reporter im vergangenen Jahr. Stattdessen ist ein zupackender, respektvoller junger Mann zu sehen, der glatt als Schwiegermüttertraum durchgehen würde.

Überraschend originell, ohne allzu viele Plattheiten, zeigt die Koproduktion des Bayerischen Rundfunks und des Österreichischen ORF, wie schwierig es für alte Menschen sein kann, trotz ihrer Gebrechen als vollwertige und mündige Mitglieder der Gesellschaft anerkannt zu werden, die nicht auf Kleinkindniveau behandelt werden wollen. Augenzwinkernd rufen „Die Spätzünder“ dazu auf, sich auch im Alter nicht hängen zu lassen und weiterzumachen.

Eine Botschaft ganz im Sinne Fuchsbergers, der einmal in einem Interview bekannte: „Ich habe Schiss davor, den Motor abzuschalten. Vielleicht könnte er nicht wieder anspringen.“

Die Spätzünder 2: ARD, Mittwoch um 20.15 Uhr.

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