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Medien & TV Hausbesuch bei den Thurn und Taxis
Nachrichten Medien & TV Hausbesuch bei den Thurn und Taxis
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11:46 11.11.2013
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Es ist warm, es herrscht Freude, fast Ausgelassenheit bei den sommerlichen Schlossfestspielen: Gloria von Thurn und Taxis (53) hat ihre Kinder nach Hause ins Regensburger Schloss St. Emmeram geholt. Albert (30), Elisabeth (31) und Maria Theresia (32) wohnen und arbeiten in Rom, London und New York. Weltweit ist die Familie von Thurn und Taxis ansässig, die am Montag in der ersten Folge der dreiteiligen ARD-Reihe „Deutsche Dynastien“ im Mittelpunkt steht.

Wer wäre besser geeignet, vor laufender Kamera sein Urteil über das Adelsgeschlecht und seine Mitglieder im Fernsehen kundzutun als der Münchener Boulevardreporter Michael Graeter? Kaum ein Journalist, der das Jet-Set-Leben des Fürstenpaares Gloria und Johannes (1926-1990) in den achtziger Jahren verfolgte, hat so einen tiefen Einblick in das Familienleben gewonnen wie er. „Die besten Geschöpfe, die das Haus je hervorgebracht hat“, sagt der Klatschexperte in dem Film über die drei Kinder. „Man merkt, das frische Blut tat gut.“

HAZ-Bewertung:

„Deutsche Dynastien“

ARD, erster von drei Teilen

Montag 23.15 Uhr
3 von 5 Sternen - "Ganz ordentlich"

Der wenig distanzierte Graeter weiß im Film des ARD-Autors Jobst Knigge auch heute noch zu berichten, dass es auf einer Party in St. Moritz zu einem Zwischenfall mit Verletzungen kam. Oberhaupt Johannes von Thurn und Taxis und ein Gast aus England gerieten bei einem Empfang aneinander. Der Fürst habe seine Davidoff No. 1 auf dem Revers seines Kontrahenten ausgedrückt, der ihn dann darum gebeten habe, den Vorfall draußen vor der Tür zu klären. Johannes, erinnert sich Graeter, sei mit zehn gebrochenen Fingern aus dem Konflikt hervorgegangen.

Doch diese Anekdote täuscht über die wirklichen Probleme hinweg: Nach dem frühen Tod des Familienvaters musste seine Frau Gloria die Notbremse ziehen. Die fürstliche Brauerei schrieb rote Zahlen. Gloria, wenige Jahre zuvor mit ihrer Punk-Frisur eine gefeierte Szenefrau, lernte das Einmaleins der Betriebswirtschaft, stieß Beteiligungen ab und versteigerte viele Kunstschätze aus dem Familienbesitz, sodass sie zumindest die Erbschaftsteuer bezahlen konnte.

Dank ihrer Dynamik und ihres Elans wurde der Bankrott abgewendet. Und so konnten vermutlich auch die sechs Schlösser in den USA, Italien und Afrika und natürlich Deutschland (Schloss Emmeram ist mit mehr als 500 Zimmern größer als der Buckingham-Palast) gehalten werden. Heute hat Gloria darüber hinaus noch Wohnungen in New York und Rom. Dahin hat sie Autor Knigge begleitet. Und dort erinnert sich die emotionale Fürstin auch an die Liebe zu ihrem Mann und sagt in aller Offenheit: „Es war nicht wie bei Königin Victoria: Schließ die Augen und denk an England.“ Es war wirklich Liebe.

Im nicht gerade kritischen Film kommen neben Graeter auch der Star-Friseur Gerhard Meir zu Wort und der Hofarchivar Peter Styra, der über 500 Jahre Tradition einiges zu erzählen weiß, unter anderem über den Urahnen Francesco Tasso, der die Relaisstationen für den Postverkehr erfand, das dem Adelsgeschlecht über weite Teile Europas das Postmonopol und damit über Jahrhunderte die wirtschaftliche Grundlage bescherte. Die ARD setzt die Reihe am 18. November mit den Hardenbergs und am 25. November mit den Faber-Castells fort.

dpa

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