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Medien & TV ARD zeigt „Der Uranberg“ mit Henry Hübchen
Nachrichten Medien & TV ARD zeigt „Der Uranberg“ mit Henry Hübchen
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18:59 06.12.2011
Sie trauen den Russen nicht, aber sie sind ihnen ausgeliefert: Hunderte Bergleute förderten in den Geburtsjahren der DDR das Uran für russische Atombomben. Quelle: ARD
Hannover

Am Mittwochabend blendet der ARD-Film „Der Uranberg“ in die „Stunde null“ des Bergbauunternehmens Wismut zurück, als von fetten Löhnen und fröhlichem Feierabend noch keine Rede sein konnte. Regisseur Dror Zahavi, der auch „Die Luftbrücke“ und  Marcel Reich-Ranickis Biografie „Mein Leben“ verfilmte, packte viel Stoff in 90 Minuten Film und entwarf ein groß angelegtes Zeitpanorama um den Run auf das begehrte deutsche Uran. Er schildert die Anfänge des atomaren Wettrüstens am Beispiel des Uran-Imperiums der Wismut AG und erinnert an die wenig bekannten Schicksale der Bergarbeiter, die unter schwierigsten Bedingungen das Material für die erste, 1949 gezündete sowjetische Bombe aus den Schächten um Annaberg holen mussten. Autor Thomas Schulz schrieb ein 800-Seiten-Manuskript über dieses wenig bekannte Kapitel deutsch-russischer Geschichte, sein alter Schulfreund Hans-Werner Honert, Autor und Produzent, schneiderte ein Drehbuch daraus. Zahavi inszenierte den Film dann in Tschechien für 2,7 Millionen Euro in großer Besetzung.

Die Story: Zwischen den sowjetischen Besatzern und der Bevölkerung herrscht 1947 tiefes Misstrauen. Der Bergmann Gottlieb Meinel (Christian Redl) warnt vor zu hastigen Bohrungen, sieht eine Katastrophe kommen. Die russischen Besatzer schieben ihn als „alten Nazi“ beiseite, sie wollen und brauchen Uran für ihre Atombombe, mit der sie gegenüber der Atommacht USA das „Gleichgewicht des Schreckens“ schaffen wollen. Auch Schachtleiter Sinzow (Michael Schenk) hört nicht auf ihn. Meinels Sohn Kurt (Vinzenz Kiefer), als glühender Antifaschist aus Krieg und Gefangenschaft zurückgekommen, verliebt sich ausgerechnet in Lydia (Nadja Bobyleva), die Tochter des russischen Kommandanten Oberst Burski (Henry Hübchen). Lydia erwidert Kurts Liebe – und das zu einer Zeit strikten Fraternisierungsverbots: Romeo und Julia im Uranbergbau.

Hübchen spielt den russischen Kommandanten mit merklichem komödiantischen Behagen, das Szenario verspricht spannendes Fernsehen. Und doch liefert das ARD-Drama, das bereits auf arte und im Kino zu sehen war, bis in die letzte Sendeminute hinein den Beleg, warum historisch fundiertes, fiktionales Fernsehen trotz aller Quotenerfolge so oft scheitert. Alles an diesem Film ist schematisch und berechenbar, vieles leidlich spannend, weniges emotional ergreifend. Ein Mehrteiler wäre den Einzelgeschichten sicher besser gerecht geworden, doch so wirken die Figuren wenig ausgearbeitet, holzschnittartig und plakativ.

Redl und sein Gegenspieler Schenk immerhin liefern, was sie am besten können: glaubhafte Nebenparts, die so lebensecht wirken, dass man meint, großes Theater oder kleine Dokumentation zu sehen. „Wieder eine Uniformrolle“, sagte Schenk nach den Dreharbeiten, verkniff sich aber jeden Groll: „Die stehen mir offenbar ganz gut.“ In der Tat: Ob in „Napola“, „Hindenburg“, „Nicht alle waren Mörder“ oder jetzt im „Uranberg“ – der 45-jährige Osnabrücker hat ein untrügliches Gespür für Authentizität. Leider gibt’s ihn in diesem Film nur einmal.

Vor der Kinopremiere stieß der Film  auf gemischte Resonanz. Hartmut Weiße vom Bergbautraditionsverein Wismut sagte, dass der Film „alle Klischees über die Wismut und den Uranerzbergbau aufgreift, aber eigentlich nichts Falsches sagt“. Besonders störte ihn aber die Rolle Lydias: „Offizierstöchter auf dem Schacht – das gab es nicht einmal in einem echten Russenfilm, geschweige denn in der Realität der Wismut des Jahres 1947.“

„Der Uranberg“ | ARD
Tragikomödie mit Henry Hübchen
Mittwoch, 20.15 Uhr

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