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ARD zeigt Fernsehfilm über die Lügen im Pharmageschäft

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16:21 21.10.2019
Unterschiedliche Auffassungen, unterschiedliche Zukunftsperspektiven: Sabine (Nina Kronjäger) und Carsten (Stephan Kampwirth) Quelle: NDR/Wolfgang Ennenbach
Berlin

Tabletten nimmt niemand gern. Vermutlich erst recht nicht, wenn man weiß, wie ein Medikament entsteht und was wirklich alles drin ist. Um das brisante Thema Nebenwirkungen geht es in dem Drama "Was wir wussten - Risiko Pille". Es steht am kommenden Mittwoch um 20.15 Uhr im Ersten auf dem Programm.

Ein Mann wacht frühmorgens auf, neben ihm liegt eine Frau - es ist seine Geliebte. Dr. Carsten Gellhaus (Stephan Kampwirth) hat eine Affäre mit seiner Kollegin Sabine Krüger (Nina Kronjäger). Beide glauben, niemand wisse etwas davon - doch wenig später konfrontiert ihn seine Ehefrau damit, er zieht aus. Ungemach droht auch im Büro, denn das große Pharmaunternehmen bereitet die Markteinführung einer neuen und umstrittenen Antibabypille ("Bellacara") vor.

Hauptfigur stößt beruflich und privat an ihre Grenzen

Mittels einer großen Werbekampagne wird jungen Mädchen neben einer sicheren Verhütung allerhand versprochen: reine Haut, praller Busen, schönere Figur und tolle Haare. Gellhaus weiß um starke Nebenwirkungen der Pille, etwa erhöhtes Risiko von Thrombosen. Er versucht, sich mit seinen Bedenken gegen seinen Chef Schmitz-Wessel (Thomas Heinze), die Werbechefin Nadine Schwarz (Luise Wolfram), missgünstige Kollegen und auch gegen die ehrgeizige Geliebte durchzusetzen. Gellhaus akzeptiert zunächst die Relativierung der Gefahren, bis er die Pille bei seiner eigenen Tochter findet.

Im Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa sagt Stephan Kampwirth (52, "Das Leben vor mir", "Dark") über seine Figur, die nicht nur beruflich, sondern gleichzeitig auch privat an ihre Grenzen stößt: "Die Ehefrau drängt ihn zum Geständnis seiner Affäre, die Geliebte sagt zu ihm: "Geh’ zurück zu ihr!", die ältere Tochter begehrt auf. Und schon sitzt er zwischen allen Stühlen."

Kunden werden getäuscht

Der wichtige Film, von Regisseurin Isa Prahl (41, "1000 Arten Regen zu beschreiben"), entstand nach dem Drehbuch von Eva und Volker A. Zahn ("Unter der Haut", "Mobbing") und hätte gerne noch deutlich drastischer ausfallen dürfen - er enthält einfach zuviel Lovestory und Familienprobleme. Niemand im kühl wirkenden Drama hat genügend Zeit für richtige Gespräche, alle stehen unter ziemlichem Druck, es wird gedroht und bekämpft, denn jeder Tag, an dem die Pille nicht auf dem Markt ist, kostet Geld.

Klar wird, wie die Kunden getäuscht werden: durch manipulierte Beipackzettel und ein aggressives Marketingkonzept, das eine Pille als scheinbar harmloses Lifestyle-Produkt verkauft. Solch ein zynisches Handeln ist grob fahrlässig, und insbesondere Stephan Kampwirth spielt eindrücklich eine Figur, deren moralischer Kompass als Arzt verloren zu gehen droht. Der Zuschauer sollte keinesfalls den starken Abspann des Filmes verpassen, denn er bietet einige Fakten und zeigt Beispiele von echten geschädigten Frauen.

RND/dpa

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