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19:31 24.11.2008
TeenSpirit
Der Teen Spirit Media Player lässt die Konkurrenz alt aussehen. Es geht deutlich sparsamer mit den Systemressourcen um als der WMP oder iTunes.
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Zumal der WMP einen großen Ressourcenhunger hat und deshalb gerade leistungsschwache, ältere Rechner stark ausbremst.

Wer lieber ein schlankes Programm zum Abspielen seiner Musikdateien haben möchte, könnte deshalb über einen Wechsel nachdenken. Denn im Netz gibt es zahlreiche kostenlose Programme, die den WMP locker ausstechen – und auch das ähnlich überladene iTunes von Apple ganz alt aussehen lassen.

Da wäre zum Beispiel WinAmp, der Klassiker unter den Alternativen zum WMP. Das Programm spielt sowohl Musik- als auch Videodateien ab – und lässt sich mit zahlreichen Plugins den eigenen Bedürfnissen anpassen. Es reagiert spürbar schneller als das Konkurrenzprodukt von Microsoft und kommt mit weniger Rechenleistung aus. Zudem hat es ein paar hübsche Sonderfunktionen: So ermöglicht WinAmp direkt aus der Anwendung heraus den Zugriff auf mehr als 18 000 Radiostationen im Internet. Allerdings hat auch WinAmp ein Manko: Die Medienbibliothek, in der die auf dem Rechner gespeicherten Musikdateien angezeigt werden, ist unübersichtlich. Zwar kann WinAmp zu Alben auch die entsprechenden Coverbilder aus dem Internet laden. Doch funktioniert das – ähnlich wie beim WMP – nicht zuverlässig. Viele Cover werden nicht gefunden und müssen mühselig per Hand hinzugefügt werden.

Deutlich weiter ist da der Teen Spirit Media Player – was überraschend ist. Denn das Programm wurde von dem Griechen Alex Economou, einem studierten Chemotechniker, in seiner Freizeit zusammengezimmert – und lässt die Konkurrenz alt aussehen. Es geht deutlich sparsamer mit den Systemressourcen um als der WMP oder iTunes. In unserem Test hatte es zudem die höchste Trefferquote, was den Download von Coverbildern angeht, und benötigte die geringste Zeit, um die komplette Musiksammlung in der Medienbibliothek zu erfassen.
Während sowohl der WMP als auch iTunes beim Beladen mit mehreren Tausend Songs unübersichtlich, immer langsamer und kaum noch benutzbar wurden, hatte die geballte Musikladung auf die Leistung von Teen Spirit keine Auswirkungen.

Das Programm verfügt zudem über viele praktische Zusatzfunktionen: Biografien der Künstler können automatisch aus dem Netz geladen werden, Liedtexte lassen sich mit wenigen Mausklicks abrufen und die ID3-Tags, in denen die Titel- und Interpreteninformationen der Musikdateien gespeichert sind, können ganz bequem bearbeitet werden. Das renommierte US-Magazin „PC World“ kommt dann auch zu dem Schluss, dass Teen Spirit in Zukunft sogar iTunes den Rang ablaufen könnte.

Aus dem Hause Magix kommt mit dem Mufin Music Finder ein Player, der dabei hilft, bislang unentdeckte Perlen in der eigenen Musiksammlung zu finden. Denn Mufin kann selbsttätig entscheiden, welcher Titel als nächstes gespielt wird: Der Benutzer gibt ein paar Lieder vor, dann sucht Mufin nach ähnlich klingenden Titeln. Die Trefferquote ist erstaunlich hoch – setzt aber eine gepflegte Musiksammlung voraus, andernfalls spielt Mufin Lieder auch gern einmal doppelt. Außerdem benötigt der Player sehr lange beim Einlesen der Medienbibliothek.

Hobby-Diskjockeys sollten den No23-Player ausprobieren: Der kommt im Stil eines DJ-Mischpults daher und bietet die Möglichkeit, Lieder ineinander überzublenden. Ein hübsches Spielzeug – absolut partytauglich. Für den Alltagsgebrauch ist der No23-Player jedoch nicht unbedingt zu empfehlen: Im Standardmodus verfügt der Player nur über eine rudimentäre Steuerung, die mühsam zu bedienen ist.

von Sascha Aust



Windows Media Player

Reaktionstempo: Reagiert träge, verschlingt reichlich Rechnerleistung.
Medienbibliothek: Übersichtlich, mit guter Suchfunktion.
Stärken: Ist bei Windows-Rechnern bereits vorinstalliert.
Schwächen: Fehlende Cover lassen sich nur mühselig einbinden.
Fazit: Es gibt zahlreiche bessere Alternativen.

WinAmp Media Player

Reaktionstempo: Beim Start lange Ladezeit, dann aber reaktionsschnell.
Medienbibliothek: Sehr unübersichtlich, aber mit guter Suchfunktion.
Stärken: Ermöglicht den direkten Zugriff auf mehr als 18 000 Radiosender im Netz.
Schwächen: Das Stöbern in der Medienbibliothek macht keinen Spaß.
Fazit: Ein kleiner, schlanker Player – durchaus empfehlenswert.

Teen Spirit Media Player

Reaktionstempo: Schnellster Player im Test, benötigt sehr wenig Rechnerleistung.
Medienbibliothek: Sehr übersichtlich, mit guter Suchfunktion.
Stärken: Hohe Trefferquote beim Coverdownload, guter Editor für ID3-Tags.
Schwächen: Kann keine DRM-geschützten Dateien abspielen.
Fazit: Macht Lust aufs Musikhören – als würde man in der CD-Sammlung wühlen.

Magix Music Finder

Reaktionstempo: Ein gemütlicher Vertreter der langsamen Art.
Medienbibliothek: Wegen der reinen Textansicht sehr trist.
Stärken: Jukeboxfunktion – sucht ähnlich klingende Lieder, hohe Trefferquote.
Schwächen: Für Nutzer mit wenig PC-Erfahrung etwas schwierig zu bedienen.
Fazit: Als Jukebox eine Empfehlung, für einen Standardplayer aber zu langsam.


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