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Medien & TV Anke Engelke freut sich auf den Eurovision Song Contest
Nachrichten Medien & TV Anke Engelke freut sich auf den Eurovision Song Contest
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19:22 16.02.2011
Anke Engelke freut sich darauf, den Eurovision Song Contest zu moderieren. Quelle: dpa

In der neuen Staffel von „Ladykracher“ veralbern Sie eine Organisation namens „Maniküre ohne Grenzen“, die sich für Nagelpflege in Krisengebieten engagiert. Können Sie nach der Ausstrahlung noch gefahrlos in ein Nagelstudio gehen?
Ja, klar! Wir stellen ja niemanden als Deppen dar. Wo soll man denn anfangen, wenn man erst überlegt, wer hinterher nicht mehr mit einem redet? Alles, was in solchen Formaten passiert, hat einen Platz im Leben. Wen immer ich thematisiere, der beschäftigt mich.

Überraschend ist Ihre Kim-Jong-il-Parodie. Werden Sie jetzt politisch?
Das ist zwar explizit politisch, weil man eine real existierende Figur erkennt. Aber auch ein künstlicher Fingernagel oder die Ökofrau sind politisch, weil die alle ihren Platz in der Gesellschaft haben.

Warum haben Sie Kim Jong-il als Figur für eine Sketchshow ausgewählt?
Einer unserer Autoren hat den Sketch präsentiert. Er sollte vor allem verstören. Generell sind das aber rein am Witz orientierte Entwicklungen. Im Vordergrund steht nicht die Wirkung einer Nummer auf andere, sondern worüber die Autoren selbst lachen müssen. Und da das kluge Kerle sind, sind die Sachen nicht nur lustig, sondern zum Teil recht brisant.

Sie setzen die Vorgaben Ihrer Autoren um. Wie viel Einfluss haben Sie auf die Gags?
Keinen!

Gar keinen?
Nein. Wenn die entstehen, bin ich nicht dabei.

Aber Sie könnten doch einhaken, wenn Ihnen etwas nicht gefällt?
Logo. Es gibt diverse Treffen, wenn wir auf eine Staffel zusteuern. Da bin ich dabei. Dann schauen wir über den Tellerrand hinaus und fragen uns, was auf der Welt, in unserer Gesellschaft, in unserer Familie und im Bekanntenkreis passiert ist und was wir davon benutzen können.

Wird die Moderation des Eurovision Song Contests Ihr Jahreshöhepunkt?
Für mich persönlich ja. Ich bin ein großer Fan des Grand Prix, wie ich ihn nach wie vor nenne, und freue mich darauf. Ich stehe dann mittendrin. Sonst leite ich die interne Punktevergabe bei uns im Familien- und Freundeskreis. Wer das dieses Jahr macht, weiß ich noch gar nicht. Ich werde versuchen, den Abend zu genießen – indem ich extrem langsam spreche.

Wie bereiten Sie sich darauf vor?
Wahrscheinlich bereite ich mich seit 1974 darauf vor, als ich meinen ersten Grand Prix gesehen habe. Ich frage mich immer: Wenn ich da stehen würde, wie würde ich es machen?

Dann wird also ein Kindheitstraum wahr?
Das würde ich nicht sagen, denn ich wollte als Kind nicht Moderatorin werden, sondern Lehrerin oder die andere bei Abba. Aber der Wettbewerb hat mich immer begleitet, und jetzt hatte ich einfach großes Glück.

Werden Sie auch zehn Minuten vor Beginn der Liveshow noch so locker sein?
Ich bin kein Lampenfieber-Typ. Es ist mir egal, ob im Saal 1000 Leute sind oder ob im Fernsehen 100 Millionen zuschauen. Was würde es bringen, zu grübeln, ab welcher Zuschauerzahl man durchdreht? Am Ende ähneln sich die Live-Sachen alle. Man steht da, hat einen Text im Kopf, und dann kommt alles anders.

Werden Sie eher Komödiantin oder seriöse Moderatorin sein?
Sowohl als auch. Ich möchte mich vor dem Event und der Institution verbeugen. Aber auch für das Komödiantische wird Platz sein. Sonst wäre ich falsch besetzt.

Einige Moderatoren vor Ihnen wirkten, als ob sie stetig krampfhaft nach dem nächsten Gag suchten.
Ich fand alle super! Da waren beknackte Vögel dabei, aber unterm Strich hat jedes Land die Moderatoren, die es verdient.

Dürfen Sie als Moderatorin etwas über Lenas Chancen sagen?
Muss ich was dazu sagen?

Das wäre schön.
Ich bin Lena-Fan. Ist doch klar! Es ist der Knaller, wie sie alles durchsteht. Beim Jubeln und beim Meckern: Alle sind Bundestrainer und wissen es besser. Eigentlich ist das die Hölle, aber Lena kriegt das hin. Sie darf nicht darauf hören, was fremde Menschen über sie sagen.

Wünschen Sie sich, dass ein Song von Stefan Raab gewinnt, damit Sie nicht neben ihm moderieren müssen? Oder hoffen Sie, dass er leer ausgeht, damit Sie neben ihm moderieren dürfen?
Das darf keine Rolle spielen. Ich wünsche mir natürlich, dass der Song gewinnt, der die besten Chancen hat. Im Idealfall ist das auch einer, der mir gefällt.

Was planen Sie danach? Wie wäre es mit einem Bühnenprogramm?
Nö! Wir überlegen das immer mal wieder, aber ich bin ein Ensembletyp, kein klassischer Stand-Upper. Bei der Late-Night-Show damals habe ich schließlich bewiesen, wie schlecht ich das mache.

Da sind Sie aber hart zu sich selbst.
Nein, das ist extrem ehrlich. Und es wird auch mal Zeit, dass die Leute im Fernsehen ein bisschen ehrlicher werden. Ich bin 45. Da stehe ich doch nicht vor dem Spiegel und sage: „Ich bin die Größte.“ Klassische Late Night: nie, nie wieder! Eine coole Nachtshow: vielleicht.

Dann vielen Dank und viel Erfolg beim Eurovision Song Contest.
Das wird toll. Ich hoffe, das ganze Land drückt Lena die Daumen! Irgendwann müssen sich doch mal alle einig darüber werden, wie toll sie ist. Sie ist keine abgebrühte Show-Uschi. Hoffentlich verdaut sie den Alarm um ihre Person. Ich hätte das in dem Alter nicht gekonnt.

Gibt es eine siebte „Ladykracher“-Staffel?
Das hoffe ich sehr. Wir stehen in den Startlöchern.

Interview: Sebastian Harfst

Die neue Staffel von „Ladykracher“ startet am Freitag um 22.45 Uhr in SAT.1. Um 22.15 Uhr beginnt auch eine neue Staffel von „Pastewka“.

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