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Medien & TV Friesinger schickt Kenianer aufs Eis
Nachrichten Medien & TV Friesinger schickt Kenianer aufs Eis
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16:48 13.01.2014
Zeichen stehen auf Start: Die Kenianer Amos (von links), Isaac, Samy und Leonard ließen sich von Eisschnelllauf-Olympiasiegerin Anni Friesinger-Postma trainieren. Quelle: dpa
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Berlin

Amos (21), Leonard (24), Isaac (24) und Sammy (27) sind aus Kenia und haben noch vor einigen Monaten nicht im entferntesten daran gedacht, jemals auf Schlittschuhen zu stehen. Das ändert sich abrupt mit der Eisläuferin Anni Friesinger (36) und der vom Privatsender Vox beauftragten Produktionsfirma Eyeworks. Das Quartett wird aus einem Bewerberkreis von 30 guten Läufern aus der kenianischen Stadt Eldoret für den Vox-Wettbewerb "Real Cool Runnings" ausgewählt, der vom morgigen Dienstag (20.15 Uhr) an in acht Folgen als Dokusoap ausgestrahlt wird.
 Friesinger beginnt in Afrika mit dem Trockentraining und lässt das Quartett von Vox nach Inzell lotsen, um ihm den Feinschliff zu verpassen. Das Ziel: Die vier Männer sollen beim Eislaufmarathon im österreichischen Weissensee an den Start gehen. Die Dokusoap zeigt die Männer nicht nur bei ihren Versuchen, auf den Kufen zu gleiten, sondern auch, wie sie sich ihren bayerischen Gastfamilien nähern. Der Titel der Dokusoap ist dem Film "Cool Runnings" (1993) über den sogenannten Jamaika-Bob entliehen, der ja wirklich bei Olympischen Spielen antrat.

"Für mich ist die Challenge, den Jungs in relativ kurzer Zeit meine Sportart, das Eisschnelllaufen, beizubringen", sagte Anni Friesinger dem Sender Vox. Friesinger, dreifache Olympiasiegerin, 16-fache Weltmeisterin und fünffache Europameisterin, musste ihre Karriere 2010 wegen Knieverletzungen beenden. Unterstützt wird die Athletin in der Dokusoap von ihrem Co-Trainer und ehemaligen Betreuer Michi Stöberl auf den Weg nach Eldoret. Wichtig für Friesinger: "Ich will ein Team haben. Die müssen zu viert die 100 Kilometer schaffen und zu viert in der Ferne, in Europa, diese Zeit durchstehen."

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Nach der Sportlerkarriere ab ins Fernsehen - diesen Weg haben bereits einige andere Athleten hinter sich gebracht. Der Erfolg war wechselhaft. Wimbledon-Sieger Boris Becker (46) moderierte - abgesehen von zahlreichen Gastauftritten - 2004 im DSF einen Talk ("1:1"), der aber nach recht kurzer Zeit beendet wurde. Eisläuferin Katarina Witt (48) präsentierte 2006 und 2007 die ProSieben-Reihe "Stars auf Eis" und die erste Staffel der Dokusoap "The Biggest Loser" (damals ProSieben), in der Dicke dünner werden wollen. Und Fußball-Weltmeister Lothar Matthäus (52) wollte im RTL-II-Trash "Borussia Banana - Helden des Strafraums" im Jahr 2005 aus begabten Hobby-Kickern ein starkes Team schweißen - mit magerem Erfolg.

 Ob Anni Friesinger ein größerer Erfolg als Witt, Matthäus oder Becker mit eigenen TV-Formaten beschieden ist, bleibt abzuwarten, denn dass Publikum akzeptiert die ehemaligen Aktiven bestenfalls zumeist als Experten und Gastkommentatoren bei den sportlichen Großereignissen, über die sie wirklich Aussagen treffen können. Fest steht zu allem Überfluss auch, dass Vox, ein Schwestersender von RTL, mit Forma

ten außerhalb seiner Kernkompetenz mit Serien wie "Rizzoli & Isles" oder "Arrow" oder Kochshows wie "Das perfekte Dinner" oft Pech gehabt hat, weil sich das Publikum nicht so recht für die Programmexperimente interessiert.
 Wer auf Friesingers Gehversuche als Dokusoap-Präsentatorin auf Vox verzichten möchte, könnte sich zeitgleich vielleicht die Sat.1-Komödie "Frauenherzen" zu Gemüte führen, die filmische Antwort auf das Stück "Männerherzen" aus dem Jahr 2009. Nadeshda Brennicke, Julia Dietze, Anna Fischer, Valerie Niehaus und Julia Hartmann sind fünf verschiedene Berlinerinnen, die es nicht einfach mit dem anderen Geschlecht haben. Auch mit dabei in einer Nebenrolle: Jenny Elvers.

dpa