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Medien & TV Anwender profitieren von neuen Browser-Generationen
Nachrichten Medien & TV Anwender profitieren von neuen Browser-Generationen
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18:55 16.03.2011
Von Frerk Schenker
Die neuen Browser-Generationen von Mozilla, Microsoft und Google.
Die neuen Browser-Generationen von Mozilla, Microsoft und Google. Quelle: Montage
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In den ewigen Browser-Wettstreit kommt neue Bewegung. Nachdem Google kürzlich Chrome 10 veröffentlicht hatte, zog Microsoft am Dienstag nach und stellt ab sofort den neuen Internet Explorer 9 als Download zur Verfügung. Und auch Konkurrent Mozilla will in den kommenden Wochen seinen Firefox 4 präsentieren. Was der Internetnutzer vom neuen Wettlauf um die Gunst der Anwender hat? Er ist künftig noch schneller und sicherer im Netz unterwegs.

Denn beim Kampf um Marktanteile haben sich die drei Hersteller an den Bedürfnissen der Nutzer orientiert. Dafür ließen sie ihre neuen Browser in einer sogenannten Betaversion ausgiebig testen. Allein Microsoft will auf die Erfahrungen von rund 40 Millionen Anwendern zurückgegriffen haben.

Unterzieht man die Programme einem Alltagstest – beim Firefox 4 noch in der Vorabversion –, fällt sofort die höhere Geschwindigkeit auf.
Alle drei Browser laden Seiten deutlich schneller als ihre Vorgänger, vor allem bei Inhalten mit Java-Script. Der Grund: Erstmals greifen die Browser auf die Leistung der Grafikkarte des Rechners zurück. Den Vorsprung von Chrome haben der Internet Explorer und der Firefox weitestgehend wettgemacht, wie Geschwindigkeitstests im Internet zeigen. Einen wirklichen Gewinner gibt es beim Wettstreit ums Prädikat „schnellster Browser“ nicht, zumal Mozilla noch keine Endversion des Firefox veröffentlicht hat.

Auch in puncto Sicherheit wurde nachgerüstet. Microsoft und Google haben sich am Firefox orientiert und bei ihren Browsern die Ausführung von Plug-ins in eine Sandbox ausgelagert. „Endlich!“, dürfte manch geplagter Nutzer denken, galt dies bisher als mögliches Sicherheitsrisiko. Wird zum Beispiel eine Seite mit Flash-Inhalten geöffnet, läuft das entsprechende Plug-in künftig vom Rest des Systems getrennt und kann keinen Schaden mehr anrichten. Dies soll Angriffe auf den PC erschweren.

Eine weitere Neuerung beim Internet Explorer: Für jede Registerkarte, auch Tab genannt, gibt es einen extra Rechenprozess. Das kostet zwar mehr Arbeitsspeicher, verkürzt aber die Ladezeit der Seiten und führt nicht mehr zum Komplettabsturz des Browsers, wenn eine Seite hakt. Der Internet Explorer verfügt zudem über einen Tracking-Schutz, der Schnüffelprogramme blockiert, die auf zahlreichen Webseiten verwendet werden. Firefox und Chrome haben diesen Zusatz auch – alle drei bieten jedoch keinen hundertprozentigen Schutz der Privatsphäre.

Die Browser unterstützten die meisten Funktionen des neuen Webstandards HTML5. Für Microsoft ein kleines Novum, hatte der Konzern bislang einheitliche Standards eher ignoriert. HTML5 ermöglicht, dass sich zum Beispiel Videos ohne zusätzliche Programme direkt im Browser abspielen lassen.

Am Auffälligsten ist die aufgeräumte Optik: Die drei Browser überlassen den eigentlichen Seiteninhalten mehr Raum, Elemente wie die Menüleiste sind deutlich reduziert worden. Chrome hat bereits in der Vorgängerversion erfolgreich gezeigt, dass weniger in diesem Fall mehr ist. Wie bei Chrome lassen sich jetzt auch beim Internet Explorer und Firefox Suchanfragen direkt in die Adresszeile eintippen. Warum der Firefox zusätzlich noch mit dem altbekannten Suchschlitz daherkommt, bleibt ein wenig rätselhaft.

Einen Sieger gibt es bei dem Wettstreit um den besten Browser nicht. Wie immer ist die Entscheidung für ein Programm auch stets eine Frage des Glaubens.

Internetnutzer sollten aber auf jeden Fall auf eine der neuen Versionen umsteigen, da diese mehr Sicherheit und Komfort bieten. Bei zahlreichen Nutzern erleichtert Microsoft die Entscheidung ohnehin: Der Internet Explorer 9 läuft nur unter Windows 7 und Vista. Wer das weit verbreitete Windows XP auf seinem Rechner hat, muss zwangsläufig zur Konkurrenz wechseln.