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20:07 24.04.2014
Elizabeth Taylor und Richard Burton am Tag ihrer Eheschließung am 15.03.1964 in Montreal in Kanada. Quelle: dpa
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Gegen diese beiden wirken Angelina Jolie und Brad Pitt wie ein Spießerpaar mit Bausparvertrag und Riester-Vorsorge: Richard Burton und Elizabeth Taylor waren mit Abstand das glamouröseste Hollywoodgespann der Filmgeschichte. An den Ausschweifungen und Eskapaden der beiden Stars, die sich bei den Dreharbeiten zum Kostümschinken „Cleopatra“ kennen und lieben gelernt hatten, ergötzte sich in den sechziger Jahren die ganze Welt. Kein Wunder, denn die beiden gleich zweimal miteinander verheirateten temperamentvollen Egomanen und Sexsymbole ließen es richtig krachen: Sie standen in zahlreichen Filmen gemeinsam vor der Kamera, fetzten sich bei jeder Gelegenheit, warfen mit den Millionen nur so um sich, verkrachten und versöhnten sich – ein gefundenes Fressen für die Klatschpresse.

Der britische Fernsehfilm „Burton & Taylor“ beleuchtet nun die letzte Phase der turbulenten Beziehung zweier Weltstars, ohne sie als exaltierte Witzfiguren vorzuführen. Er schildert die beiden vielmehr als zutiefst einsame Menschen und lässt in seinen besten Szenen melancholische Töne anklingen. Die beiden Hauptdarsteller Dominic West („The Wire“) und Helena Bonham Carter („Fight Club“) sehen den charismatischen Originalen trotz aufwendigen Stylings zwar nicht wirklich ähnlich, doch den exzellenten Schauspielern gelingt es, dass der Zuschauer dieses Manko schnell vergisst.

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Die Handlung des von Regisseur Richard Laxton ohne überflüssigen Schnickschnack inszenierten BBC-Films spielt im Jahr 1983 und basiert auf einer wahren Begebenheit, dem letzten gemeinsamen Auftritt Elizabeth Taylors und Richard Burtons am New Yorker Broadway. Die beiden stehen Jahre nach ihrer zweiten Scheidung in Noël Cowards Gesellschaftskomödie „Private Lives“ auf der Bühne – und die Zuschauer amüsieren sich über die Wortgeplänkel der  Hollywoodstars, in denen sie nicht ganz ohne Grund viele Parallelen zum echten Leben vermuten.

Während die umjubelte, alkohol- und tablettenabhängige Elizabeth Taylor den Job auf die leichte Schulter nimmt und allen Beteiligten mit ihrer Divenhaftigkeit auf die Nerven fällt, leidet Richard Burton, der die Schauspielerei viel ernster nimmt als seine Partnerin, unter Versagensängsten und seiner Trunksucht. Er ist zwar gerade im Begriff, die Presseagentin Sally Hay zu heiraten und ein neues Leben zu beginnen. Doch die Begegnung mit seiner früheren Geliebten lässt ihn wieder in alte Muster zurückfallen.

Von der Kritik wurde der letzte gemeinsame Auftritt des Chaospaars 1983 zwar verrissen, beim Publikum war „Private Lives“ aber ein großer Erfolg. Kurze Zeit später begab sich Taylor zum Entzug in die Betty-Ford-Klinik, Burton starb 1984 im Alter von 58 Jahren. Elizabeth Taylor, eine der größten Schauspielerinnen in der Geschichte Hollywoods, starb 2011 mit 79 Jahren.

Von Martin Weber

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