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Medien & TV Bei den Konkurrenten von Google
Nachrichten Medien & TV Bei den Konkurrenten von Google
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16:15 15.09.2009
Bing, die Suchmaschine von Microsoft, ist erst vor Kurzem gestartet und bei den Marktanteilen auf Anhieb an Yahoo vorbeigezogen - wenn auch im einstelligen Prozentbereich. Quelle: Screenshot
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Google ist für viele das Maß der Dinge, wenn man eine Information im Internet sucht. Weltweit hat die Suchmaschine einen Marktanteil von mehr als 90 Prozent. Doch sind in jüngster Zeit zwei weitere Suchmaschinen angetreten, dem Giganten Marktanteile im Browsermarkt abzutrotzen. Microsoft hat seine Maschine „Bing“ unter www.bing.de veröffentlicht, und unter www.wolframalpha.com ist eine neue Suchadresse von Wolfram Alpha aufgetaucht, die verspricht, Antworten auf vor allem statistische Anfragen zu geben.
Wolfram Alpha geht dabei anders als Google und Bing vor: Ausgeworfen werden überprüfte und vorgeblich seriöse Informationen von Behörden und statistischen Erhebungen - während Google und Bing auch Webseiten in ihren Index aufnehmen, die von wem auch immer ins Internet gestellt wurden. Bei Google und Bing kommt man daher nicht umhin, stets die Seriösität einer gefundenen Seite in Augenschein zu nehmen. Wolfram Alpha ist da verlässlicher.

An Yahoo vorbeigezogen

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Nicht zu vergessen ist, dass es mit Yahoo noch einen weiteren großen Mitbewerber im Suchmaschinenmarkt gibt. Allerdings ist Bing direkt nach seinem Marktstart vor wenigen Monaten an Yahoo vorbeigezogen. Aus Deutschland ist zudem Metager (www.metager.de) erwähnenswert, das von der Universität Hannover aus mehrere Suchmaschinen auf eine einzelne Anfrage hin befragt. Im sogenannten Live-Web gewinnt zudem die Suchen-Funktion von Twitter unter http://search.twitter.com an Bedeutung: Sie durchsucht in Echtzeit die kurzen Beiträge von Teilnehmern am sozialen Netzwerk Twitter. Dabei können sich durchaus Goldstücke ansammeln: Der Trick von Twitter besteht darin, dass Teilnehmer Links zu empfehlenswerten Webseiten verbreiten, es sich also um Webseiten handelt, die offenbar eine gute Quelle sind. Diese von Menschen vorgenommene Prüfung einer Webseite kennen Google und Bing nicht, dort arbeiten stumpf Maschinen das Web ab und bewerten die Seiten nach intelligenten, maschinellen Algorithmen, die so geheim sind wie das Rezept für Coca-Cola.
So kann Twitter bei aktuellen Ereignissen durchaus Google und Co. den Rang ablaufen. Wenn etwa irgendwo ein Flugzeug abgestürzt ist, findet sich bei Twitter mit Sicherheit jemand, der auf die Schnelle und knapp darüber berichtet und einen Link zur ersten Quelle im Internet nennt. Andererseits können über Twitter auch viele Falschinformationen oder Propaganda verbreitet werden. Während der Demonstrationen nach der Wahl in Iran nutzten viele dieses Live-Web, um an den staatlichen Medien und der Zensur vorbei Dinge zu veröffentlichen. Den Wahrheitsgehalt konnte man nur schlecht überprüfen.

Faszinierend aber war und ist noch immer an der Suchen-Funktion, dass man sich darüber auf die Schnelle ein „Bild“ machen kann: durch Verwendung eines „Hashtags“, nämlich der Raute #, einem Stichwort wie zum Beispiel „iranelection“ und durch die Eingrenzung auf eine Sprache wie zum Beispiel Arabisch. Twitter übersetzt diese Beiträge auf Wunsch mikrosekundenschnell ins Englische.

Von Marcus Schwarze, Ernst Corinth und Dirk Kirchberg