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Medien & TV Liebeskummer lohnt sich nicht
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19:10 14.01.2014
Der Privatsender RTL schickt die beiden Schwester Stefanie und Susanne in den Kampf um den begehrten Junggesellen. Quelle: RTL
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Hannover/Köln

Die große Liebe wurde bei der RTL-Kuppelshow "Der Bachelor" noch nie gefunden. Nicht in der ersten Staffel. Nicht in der zweiten Staffel. Und auch nicht in der dritten Staffel. Vielleicht aber klappt es bei der neuen Auflage, die am 22. Januar beginnt. Dann kämpfen 22 Kandidatinnen erst um die Aufmerksamkeit des vom Kölner Privatsender ausgesuchten Junggesellen, dann um eine Verabredung mit ihm vor einer Traumkulisse und um eine Rose von ihm, die den Verbleib in der Kuppelshow sichert. Und natürlich geht es auch um die großen Gefühle. Zumindest für einige der Teilnehmerinnen

Paul Stanke, der "Bachelor" aus der zweiten Staffel, klagte neulich in einem Interview: "Ich komme nicht dazu, eine Frau näher kennenzulernen, weil ich immer so viel unterwegs bin." Seit der Sendung hätte er keine feste Freundin gehabt. "Jede Frau, die ich treffe, weiß, wer ich bin und was ich gemacht habe. Sie weiß dann natürlich deutlich mehr über mich als ich über sie. Das macht die Sache so schwierig." Die Frau fürs Leben in der Diskothek kennenzulernen hält der 32-Jährige, der in Hannover lebte und neulich erst in der Jury mitentschied, wer Miss Niedersachsen wird, für "eher unwahrscheinlich". Er sei vorsichtiger geworden, wenn es um die Suche nach einer Frau geht. Das klingt dramatisch, wie alarmierend. Doch Stanke hat etwas gelernt, was zumindest das Ende seiner Oberflächlichkeit bedeuten könnte: Er blicke nun hinter die Fassade einer Frau, sagt er selbst.

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Es ist wieder Januar, es wieder Zeit für die RTL-Kuppelshow "Bachelor". Der Privatsender bleibt bei seinem einfachen Konzept: 22 Frauen buhlen um einen Junggesellen.

Auch sein Vorgänger ging aus der Sendung nicht als frisch verliebt. Der Rechtsanwalt Jan Kralitschka vergab seine letzte Rose an die brünette Alissa Harout. Schon drei Tage nach der letzten ausgestrahlten Sendung, erzählte er in einem RTL-Interview, dass aus beiden nichts geworden sei.

Die Show funktioniert nach einem einfachen Prinzip: Es gibt Liebe, Hass und Eifersucht. Es wird gelästert und gelogen. Und zwischendrin gibt es Romantik und traumhafte Ausblicke auf unberührte Strände auf Mauritius, am Matterhorn und anderen schönen Plätzen. Der "Bachelor" folgt einem Drehbuch, einer einfachen Dramaturgie. Unter Tränen werden ausgeschiedene Konkurrentinnen verabschiedet, unter Missgunst werden Verabredungen zwischen dem Junggesellen und einer Kandidatin beäugt. Und am Ende gibt das große Finale.

Als die Kuppelshow, die eigentlich aus den USA kommt und dort gerade zum 18. Mal läuft, in Deutschland im Jahr 2003 erstmals lief, schauten im Schnitt 3,6 Millionen zu. Die Folgen der zweiten Staffel wurden im Schnitt von rund 4,82 Millionen geschaut, gibt der Kölner Privatsender an. Die vergangene Auflage im Januar und Februar 2013 schauten nur von rund 4,43 Millionen. Der Sender sprach gar von "Traumquoten". Wie die Zuschauer die neue Staffel annehmen, bleibt abzuwarten. Ob sie dem Format überdrüssig sind, mal schauen.

Dieter Bohlen kämpft mit Mieze bei "DSDS" gegen das Quotentief

Gegen den Quotenverfall kämpft RTL bei Dieter Bohlens Castingshow "Deutschland sucht den Superstar" schon seit Jahren. Den Start der neuen Staffel schauten in der vergangenen Woche nur 4,39 Millionen Menschen. Schwächer ist die Show noch nie gestartet. Besonders das junge Publikum scheint es nicht mehr zu interessieren, was Bohlen erzählt, wer weiterkommt und wer am Ende unter Konfettiregen und Tränen den Siegersong trällert. Auch das kurze Wiederaufleben der Schlagermusik in der vergangenen Staffel risst die Show nicht aus dem Quotentief.

Da hilft auch nicht die neue Konstellation in der Jury, die über die vermeintliche Karriere der Bewerber entscheidet. Schlagerikone Marianne Rosenberg sitzt neben MIA-Sängerin Mieze und Rüpelrapper Kay One, der jüngst mit einem Song für Furore sorgte. Eigentlich aber sorgte Rapper Bushido für Furore, der Kay One in diesem fragwürdigen Lied hinrichten wollte.

Die RTL-Dschungelshow „Ich bin ein Star - Holt mich hier raus!“ geht in ihre achte Runde. Wieder sitzen fast erloschene Fernsehsternchen im australischen Urwald fest. Sie tratschen, lästern und kämpfen um den Titel. Die elf Kandidaten im Überblick.

In den Dschungel werden sich wieder Millionen Zuschauer einschalten

Die Quoten der Dschungelshow "Ich bin ein Star. Holt mich hier raus!" gingen im vergangenen Jahr durch die Decke. 7,11 Millionen Menschen schalteten im Schnitt ein. Doch was fasziniert die Menschen an der Show? Der Ekel an den Prüfungen, die die Kandidaten ablegen müssen? Sind Würmer essen, in Kakerlaken baden und Hoden essen, auch in diesem Jahr der Hingucker im deutschen Abendprogramm?

Die Antwort gibt es am Morgen des 18. Januars, wenn die Quoten der ersten Folge der Staffel vom Vorabend veröffentlicht werden. Wer als Kandidaten ins Camp einzieht, folgt auch hier einer bestimmten Typologie, die Lästerei, Grüppchenbildung und Lagerfeuerromantik möglich macht. Ex-Viva-Moderator Mola Adebisi ist mit dabei, Ex-"Tatort"-Kommissar Winfried Glatzeder auch. Und Schlagersänger Michael Wendler hat schon angekündigt: "Ich bin eine harte Sau." Na dann.

Pornodarstellerin Melanie Müller darf auch mit mischen. Sie beerbt Micaela Schäfer, die sich 2013 meist nackt zwischen den übrigen Kandidaten getummelt hat. Sie wurde bei der Kuppelshow "Der Bachelor" vor zwei Jahren durch ihrer Freizügigkeit bekannt. Und so schließt sich der Kreis bei RTL.

kla/dpa