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Medien & TV Zittern um den Drogenbaron
Nachrichten Medien & TV Zittern um den Drogenbaron
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18:42 19.08.2013
Walter White steht vor dem Serienfinale. Quelle: dpa
Miami

„Wir umarmen und küssen uns, alles ist vergeben und vergessen. Es ist kompromisslos. Es ist sehr ,Breaking Bad‘.“ So beschreibt Hauptdarsteller Bryan Cranston das große Serienfinale von „Breaking Bad“, heiß erwartet von Millionen Fans in aller Welt. Ob dies dann aber wirklich das Ende des drogenkochenden Chemielehrers Walter White sein wird, darf bezweifelt werden. Vier Staffeln lang hat der von Cranston dargestellte White die Zuschauer in Atem gehalten – und wurde zu einer Fernsehikone.

Am Sonntag lief in den USA die zweite Hälfte der fünften und letzten Staffel der Erfolgsserie an. Mehr als 5,9 Millionen Amerikaner sahen zu. In den acht Episoden kommt es zum Showdown um Walter White, seine Komplizen und Gegenspieler. Mit dem Finale von „Breaking Bad“ geht dann – fast zeitgleich mit dem ganz realen Tod von „Sopranos“-Star James Gandolfini und dem ebenfalls bevorstehenden Ende der Krimiserie „Dexter“ – eine TV-Ära zu Ende. Mit Tony Soprano, dem sensiblen Mafioso, Dexter Morgan, dem coolen Serienkiller und dem doch irgendwie sympathischen Drogenboss White schufen die Fernsehmacher neue und komplexe Persönlichkeiten, in denen das Böse das Gute überlagert – und der Zuschauer trotzdem mit ihnen fühlt, aller verbrecherischer Brutalität zum Trotz.

In unserer Bildergalerie können Sie sich Ausschnitte aus allen Episoden ansehen.

„Wir sehen diese Person und denken: ,Das könnte ich sein, oder mein Nachbar‘“, sagt Professor Rafael Lima, Experte für Drehbücher und Fernsehserien der Universität Miami. Das sei das Erfolgsgeheimnis der Kultserie „Breaking Bad“. Hank Stuever, Fernsehkritiker der „Washington Post“ hebt das Drogendrama sogar über die viel gelobte Polizeiserie „The Wire“. „Breaking Bad“ habe das Potenzial zur besten TV-Serie des Jahrzehnts und sei eine der besten Serien aller Zeiten, meint er. Verantwortlich sind die Mischung aus Humor, Spannung und Gewalt, die Dialoge, die hervorragende Filmtechnik und die Leistung der Schauspieler. „Die Figuren sind alle gefallene Engel, normale Menschen, die in eine kriminelle Welt geraten sind“, sagt Lima. Dies trifft vor allem auf White zu, den Familienvater und frustrierten Chemielehrer, bei dem zu Serienbeginn Krebs festgestellt wird. Er beginnt, Methamphetamin (Crystal Meth) herzustellen, um die finanzielle Zukunft seiner Familie zu sichern. Hauptdarsteller Cranston, bekannt aus der Sitcom „Malcolm mittendrin“, fand in Walter die Rolle seines Lebens.

White – oder sein Alter Ego, der Drogenbaron Heisenberg – rutscht immer tiefer ins Drogengeschäft. Im Gegensatz zu seinen anfänglichen Skrupeln scheut er nun vor Mord und brutaler Gewalt nicht zurück. Das Publikum gerät in einen moralischen Konflikt. „Es ist unmöglich, mit jemandem zu fühlen, der zu 100 Prozent böse ist. Aber bei diesen Figuren gibt es eine Möglichkeit, wenn auch eine kleine, dass sie wieder zu den Guten werden“, sagt Lima. „Sie sind gut und böse in einer Person“. Dies sei eine Auflösung der traditionellen Rollen im Film.

Neben all diesen philosophischen Fragen fragen sich Fans natürlich, wie Whites Geschichte endet. Sein Schwager Hank, ein Drogenermittler, fand am Ende der letzten Staffel heraus, dass Walter der mysteriöse Heisenberg ist. Zu Beginn der fünften Staffel kam es zur Konfrontation. Wird Walter zu seinem früheren, bürgerlichen Leben zurückkehren? Wird er wieder zum ehrlichen Familienvater und lässt die Gewalt hinter sich? Verzeiht seine Frau ihm? Stirbt er an Krebs, oder werden ihm seine Machenschaften zum Verhängnis?

Die Millionen Fans, die die letzten Wendungen des Konfliktes mitverfolgen, spekulieren über Schlussszenarien. Das Finale ist in den USA am 29. September zu sehen. Professor Lima hofft auf eine Rückkehr des Guten in Walter White. „Ich würde es gerne sehen, wenn ein gefallener Engel in den Himmel zurückkehren kann.“

Teil zwei der fünften Staffel (5.2) von „Breaking Bad“ ist in Deutschland als On-Demand-Video bei Sky und beim Videoportal Watchever zu sehen. Die DVD erscheint in Deutschland am 31. Dezember 2013.

Von Daniel García Marco

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