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Medien & TV Das TV-Weihnachtsprogramm für Kinder
Nachrichten Medien & TV Das TV-Weihnachtsprogramm für Kinder
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19:20 05.12.2010
Von Heike Manssen
Wer in der Weihnachtszeit KI.KA schaut, kommt an dem sprechenden Sack Beutolomäus nicht vorbei. Quelle: KI.KA
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Das Gute an Kinderprogrammen ist, dass immer wieder Zuschauer nachwachsen, die einen Film, eine Serie – und sei sie noch so alt – zum ersten Mal sehen. Und während der erwachsene Zuschauer angesichts der ständigen Wiederholungen im deutschen Fernsehen gerne über die Gebühren lamentiert, finden Kinder erneut gezeigte Sendungen nicht weiter tragisch. Im Gegenteil. Auch nach der zehnten Yakari-Wiederholung sitzen die meisten immer noch fasziniert vor dem Fernsehgerät.

Als ob die Programmmacher darum wüssten, greifen sie auch beim Advents- und Weihnachtsprogramm für Kinder auf Altbewährtes. Mit Betonung auf alt: „Die Geschichte vom kleinen Muck“ aus dem Jahre 1953 kramt das ZDF am 2. Weihnachtstag (12 Uhr) ebenso hervor wie der MDR den sowjetischen Film „Der Hirsch mit dem goldenen Geweih von 1971 (19. Dezember um 12 Uhr). Klassiker zu zeigen, das ist völlig in Ordnung. Weihnachten ohne den Kleinen Lord oder Aschenputtel ist einfach undenkbar. Was allerdings im Kinderprogramm fehlt, sind ganz neue Formate.

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Der Kinderkanal, am besten vorbereitet auf die Weihnachtszeit, hat zumindest ein üppiges Angebot. Ganz vorne dabei ist Beutolomäus. Der dicke, sprechende Weihnachtssack und sein Chef, der Weihnachtsmann, hatten 2009 ihre Premiere. Wer KI.KA guckt, kommt auch in diesem Jahr nicht an dem Sack vorbei. Bis zum 24. Dezember hüpft er täglich um 6.40 und um 18.40 Uhr durchs Programm, vom 21. bis zum Heiligabend dienstags bis freitags sogar um 12.30 Uhr in Doppelfolgen. Die Geschichten von Beutolomäus sind teilweise ganz unterhaltsam, es gibt allerdings auch Kinder, die den unförmigen Jutebeutel eher gruselig finden. Neu produziert, nach einer nicht mehr ganz so neuen Idee, ist die Mit-Mach-Mühle. Die Geschichten rund ums Basteln laufen bis zum 29. Dezember täglich um 9.45 Uhr im Kinderkanal. Begleitend zur Sendung gibt es alle Anleitungen und Vorlagen im Internet unter www.mit.mach-muehle.de. Und auch der Kinderkanal blickt wie die Großen auf das vergangene Jahr zurück und zeigt vom 13. bis zum 23. Dezember immer montags bis donnerstags das Beste aus 2010 – die KI.KA Live-Moderatoren erwarten im Studio übrigens auch Lena und Sido. Ansonsten hat der Kinderkanal reichlich Märchen, viele nette Filme (zum Beispiel den britisch-amerikanischen Animationsfilm „James und der Riesenpfirsich am 24. Dezember um 19.25 Uhr) und wenige Premieren im Programm.

Doch auch andere setzen auf gute, alte Tradition. ZDF-Neo beschäftigt sich am ersten Weihnachtstag ganz mit Astrid Lindgren. Insgesamt fünf Kinderbuch-Verfilmungen gibt es zwischen 11.05 Uhr und 20.15 Uhr. Den Anfang macht „Ferien auf Saltkrokan“, dann folgt „Lotta aus der Krachmacherstraße“, „Wir Kinder aus Bullerbü“, „Karlsson vom Dach“ und zum Schluss „Ronja, die Räubertochter“.

Bei Nickelodeon werden die bestehenden, teilweise sehr erfolgreichen Serien auf Weihnachten getrimmt. So können die Zuschauer mit „Sponge Bob“ unter Wasser das Fest feiern oder bei „iCarly“ sich den „Schrottbaum zu Weihnachten“ ansehen. „ICarly“ ist übrigens eine amerikanische Fernsehserie mit eingespielten Lachern. Drei, zugegebenermaßen komische, Teenager bewegen sich in ihrer eigenen Webshow und bringen, kaum zu glauben, auch die (jüngeren) Zuschauer vor dem Bildschirm zum Lachen.

SuperRTL zeigt seit 1998 Jahr für Jahr die „Weihnachtsmann und Co. KG“ Die 26-teilige französische Serie (diesmal täglich um 17.15 Uhr) erzählt vom Weihnachtsmann und seinen Elfen, die sich gegen ihren fiesen Nachbarn Grantelbart und seinen Freund, einen Gnom, behaupten. Die Serie hat viele Fans. Allerdings bleibt sie konkurrenzlos gegenüber der „Muppets Weihnachtsgeschichte“, die SuperRTL an Heiligabend um 20.15 Uhr zeigt. Ist um diese Zeit nicht eigentlich Bescherung?