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Medien & TV Eine Million für Breakdance?
Nachrichten Medien & TV Eine Million für Breakdance?
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12:44 10.01.2014
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Berlin

Der Start der neuen Show "Millionärswahl" verlief für den Münchner Privatsender ProSieben alles andere als gut. Eine aufwändige Show – ohne wirkliche Konkurrenz am Donnerstagabend – erreicht mit 1,89 Millionen Zuschauern nur einen Marktanteil von 6,3 Prozent. Auch das von ProSieben heiß begehrten Publikum zwischen 14 und 49 Jahren wollte die erste Folge der Show, die auf acht Teile angelegt und abwechselnd auf ProSieben und Sat.1 zu sehen ist, nicht so recht sehen. 1,21 Millionen taten es. Viel zu wenig für den Privatsender.

Und noch während die neue Show lief, nutzen viele Zuschauer ihre Langeweile, um bei Twitter und Facebook Kritik zu äußern. Und die hatte es in sich.

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Ganz unrecht hatten die Zuschauer nicht. Die Kandidaten taten das, was andere vor ihnen schon gemacht haben. Entweder Unsinn – wie die gestellte Moderation einer Youtube-Aufklärungsshow – oder Akrobatik oder Halsbrecherisches. Ralf Zanders zum Beispiel ließ sich trotz seiner Höhenangst von einem Hochhaus abseilen. Manche nennen das "Houserunning", bei Zander sah es anders aus. Aber er tat es für sein krankes Patenkind und bekam viel Zuspruch von den Moderatoren Elton ("Ich würde das nicht machen!", "Du machst das super– ohne Scheiss") und Jeannine Michaelsen. Bis kurz vor Ende der Show liegt Zander vor den anderen Kandidaten. Doch kurz vor Schluss wendet sich das Blatt.

Der Start der neuen Show "Millionärswahl" verlief für den Münchner Privatsender ProSieben sehr mau: Nur 1,89 Millionen Zuschauer schalteten am Donnerstagabend um 20.15 Uhr die erste Folge.

In der Show soll ein "demokratisch gewählter" Millionär gefunden werden, der nicht von einer Jury, sondern vom TV-Publikum per Telefon, von der Gemeinde der 27.000 Bewerber und von den jeweils sieben Kandidaten pro Ausgabe bestimmt wird. Der Zorn des Publikums richtete sich am Donnerstagabend dagegen, dass nicht der Kandidat Zander, der sein krankes Patenkind unterstützen will, weiterkam, sondern aufgrund der komplizierten Punktevergabe ein anderer.

Und zwar einer, der auch nur das tat, was andere seit rund 30 Jahren machen. Nämlich Breakdance. Aber die Jemand ist nicht irgendwer. Es ist Benedikt Mordstein, der viermalige Weltrekordhalter. Viermal hätte er einen Rekord aufgestellt - und nicht nur zweimal, wie die Moderatorin es fälschlicherweise ankündigte. Erster Rekord: Mordstein kann ganz oft auf einer Hand hüpfen. Zweiter Rekord: Mordstein kann kann ganz oft auf einem Ellenbogen hüpfen. Dritter Rekord: Mordstein kann ganz oft auf einer Hand hüpfen und abwechselnd in die Hand klatschen. Vierter Rekord: Mordstein kann tanzen und dabei eine fehlerfreie SMS tippen. Klasse Kerl, dieser Mordstein. Damit gewinnt er die erste Folge der Show.

Da schauten die Menschen lieber die ZDF-Traditionsserie "Der Bergdoktor". Mit 6,69 Millionen Zuschauern lag die Quote bei 20,5 Prozent. Mit deutlichem Abstand folgte die RTL-Actionserie "Alarm für Cobra 11", die 2,96 Millionen Menschen (9,1 Prozent) sahen, "Der Lehrer" verbuchte um 21.15 Uhr 2,53 Millionen (8,2 Prozent). Die Wiederholung des ARD-Kluftinger-Krimis "Milchgeld" hatte 2,68 Millionen Zuschauer (8,2 Prozent), auch die Sat.1-Krimiserie "Criminal Intent" brachte mit 2,55 Millionen Zuschauern (7,8 Prozent) auf mehr Resonanz als die "Millionärswahl". Beachtlich schlug sich die neue "Tatortreiniger"-Folge "Fleischfresser" mit Bjarne Mädel im NDR Fernsehen um 22.30 Uhr mit bundesweit 1,08 Millionen Fans (4,9 Prozent). Nach acht Tagen im neuen Jahr liegt das ZDF mit 14,0 Prozent Marktanteil vor dem "Ersten" mit 12,3 Prozent an der Spitze. RTL als stärkster Privatsender erreicht 10,5 Prozent. Sat.1 folgt mit 7,7 Prozent, ProSieben kommt auf 6,0 Prozent, Vox auf 5,1 Prozent, RTL II auf 4,0 Prozent, Kabel eins auf 3,8 Prozent und Super RTL auf 1,9 Prozent.

Am Freitagabend wird es die zweite Folge der "Millionärswahl" geben. Dieses Mal auf Sat.1 ab 20.15 Uhr.

kla/dpa

09.01.2014