Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Medien & TV Der Marken-Check
Nachrichten Medien & TV Der Marken-Check
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
Jetzt kostenlos Testen Zur Anmeldung
06:54 23.07.2014
Die Mercedes-A-Klasse, die im Kinofilm „Schlussmacher“ zu sehen war, sorgte für mehr Diskussionen als die schauspielerische Leistung von Matthias Schweighöfer. Quelle: dpa
Anzeige

Eine Zeit lang wirkten „James Bond“-Filme wie aufwendige Werbespots für Autos und Uhren. Den Herstellern war die Präsenz in den Kassenknüllern viel Geld wert. Anders im Fernsehen: Als sich vor knapp zehn Jahren herausstellte, dass die Produktionsfirma Bavaria in Serien wie „Marienhof“ gezielt Produkte platziert hatte, sorgte diese Schleichwerbung für einen der größten Skandale in der Geschichte des deutschen Fernsehens. Als Reaktion wurden die Gesetze geändert.

Während den Privatsendern seither bezahltes Product-Placement mit entsprechendem Hinweis gestattet ist, sind in öffentlich-rechtlichen Eigenproduktionen nur sogenannte unentgeltliche Produktbeistellungen erlaubt.

Weil ARD und ZDF jeden Anschein eines Reklameeffekts schon im Keim ersticken wollen, gehen die internen Richtlinien zur Trennung von Werbung und Programm weit über die gesetzlichen Vorgaben hinaus. SWR-Justiziar Hermann Eicher erläutert die Zurückhaltung des Senders am Beispiel der „Tatort“-Fahrzeuge: Die Autos werden in der Regel zu marktüblichem Zins angemietet. Der braune Porsche des Stuttgarter Hauptkommissars Lannert (Richy Müller) und der alte Fiat des Ludwigshafener Kollegen Kopper (Andreas Hoppe) sind sogar SWR-Eigentum, weil sie in jedem Film zum Einsatz kommen. Auch beim WDR gibt es mit Professor Boerne eine prominente Krimifigur, die ausgesprochen gern Auto fährt.

Doch nicht ohne Grund fährt Boerne jedes Mal eine andere Marke. Davon abgesehen gelte für alle Automarken eine klare Regelung: „Sie dürfen nicht auffällig und damit werbewirksam präsentiert werden.“ Oft eine Gratwanderung.
Kein Wunder, dass bei den Produktionsfirmen alles andere als Gelassenheit herrscht, wenn es um das Thema geht. Die meisten Gesprächspartner wollen namentlich nicht genannt werden. Ein Produzent sagt, manchmal habe man das Gefühl, „ein Verstoß gegen die Product-Placement-Richtlinie kommt gleich nach Mord und Vergewaltigung“. Die Sender hätten „sehr unterschiedliche Vorstellungen davon, wie man zum Beispiel Autos zeigen darf“, ergänzt eine Produzentin: „Das nimmt mitunter groteske Züge an.“ Auch Sascha Ommert, Herstellungsleiter bei der Bavaria Filmproduktion, ist der Meinung, die Sender schössen mitunter übers Ziel hinaus, etwa „wenn wir bei Automodellen, die fast Oldtimerstatus haben, aufwendig und für viel Geld das Markenlogo retuschieren soll“.

Leichter ist der Umgang mit Produkten des täglichen Gebrauchs. Sie müssen so gefilmt werden, dass man weder Hersteller noch Marke erkennt. Firmen und Sender haben sich daher im Lauf der Jahre einen eigenen Requisitenfundus zugelegt. Beim SWR dürfte man seit dem Drama „Komasaufen“ auf absehbare Zeit zur Genüge mit umetikettierten Flaschen versorgt sein. Freie Produktionsfirmen greifen auf die Hilfe von Agenturen zurück, die sich darauf spezialisiert haben, Verpackungen für Alltagsgüter zu entwerfen. Auf diese Weise erkennt man auf Anhieb, ob eine Schachtel auf dem Frühstückstisch Saft oder Müsli enthält.

Dank dieser Maßnahmen sind Fernsehfilme weitgehend markenfrei. Recherchiert eine Filmfigur im Internet, nutzt sie immer eine Suchmaschine mit Fantasienamen. Geht eine Filmfigur allerdings durch eine Fußgängerzone, so ein Produzent, lässt sich nicht vermeiden, dass sie an Geschäften vorbeikommt. Dass sogar diese Bilder digital bearbeitet würden, sei Quatsch. Eine Welt ohne Marken zu zeigen, das habe mit der Realität nichts mehr zu tun.

Von Tilmann P. Gangloff

Mit Rücksicht auf den Gaza-Krieg nimmt ProSieben die Abenteuer der Entertainerin Palina Rojinski (29) in der Partyszene von Tel Aviv aus dem Programm. „Wegen des Krieges in Nahost verschiebt ProSieben die bereits gedrehte Tel-Aviv-Folge“, teilte der Privatsender mit.

22.07.2014
Medien & TV Charlotte Lindholm ermittelt wieder - Neuer Tatort spielt im „Schweinegürtel“

Charlotte Lindholm ermittelt nach langer Pause wieder: Vom 23. Juli an wird die nächste Tatort-Folge mit dem Titel „Der gute Hirte“ mit Maria Furtwängler gedreht. Er spielt im südlichen Oldenburger Münsterland.

22.07.2014

Christoph Bangert wurde 1978 in Daun in der Eifel geboren. Er studierte Fotodesign in Dortmund sowie Fotojournalismus in New York. Der Fotojournalist spricht über Selbstzensur, „Kriegspornografie“ und den Mut zum Hinsehen.

22.07.2014