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Medien & TV Ex-MDR-Intendant Udo Reiter ist tot
Nachrichten Medien & TV Ex-MDR-Intendant Udo Reiter ist tot
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17:17 10.10.2014
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Leipzig

Der 70-Jährige wurde auf der Terrasse seines Hauses in Gottscheina bei Leipzig neben seinem Rollstuhl liegend von der Polizei gefunden. Eine Waffe lag daneben, heißt es in der LVZ. Die Polizei geht von einer Selbsttötung aus, es liege kein Straftatverdacht vor.

Reiter war der Gründungsintendant des Mitteldeutschen Rundfunks, schweißte über 20 Jahre bis zu seinem Ausscheiden die Drei-Länder-Anstalt (Thüringen, Sachsen, Sachsen-Anhalt) zusammen. 2011 verabschiedete er sich in den Ruhestand und meinte damals: „Ich gehe lieber, solange man das noch bedauert. Ein öffentlich-rechtlicher Dinosaurier muss ich nicht werden.“

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Der MDR reagierte mit Bestürzung auf seinen Tod. „Die deutsche Medienlandschaft, wie wir sie heute kennen, verliert mit Udo Reiter einen ihrer Gründungsväter, der MDR einen Kollegen und väterlichen Freund“, sagte MDR-Intendantin Karola Wille in Leipzig.
In den Tagen nach der friedlichen Revolution sei er einer der großen Gestalter einer neuen demokratischen Mediengesellschaft im wiedervereinigten Deutschland gewesen. „Ein Visionär, der mit Kraft, Überzeugung und politischem Geschick den gerade erst formierten neuen politischen Strukturen in den neuen Bundesländern eine publizistische Stimme gegeben hat“, betonte Wille. Am Freitagabend sollte  anlässlich des 25. Jahrestages der friedlichen Revolution erstmalig in Leipzig der ostdeutsche Medienpreis Goldene Henne verliehen werden. Er wird von MDR, rbb und der „Super Illu“ sonst in Berlin vergeben.

Mit großer Trauer reagierten auch Mitarbeiter und Leitung des Deutschlandradio. Reiter sei 20 Jahre lang Mitglied des Verwaltungsrates gewesen. „Mit Udo Reiter hat uns nicht nur ein bedeutender Mann des Rundfunks, sondern auch ein wunderbarer Mensch verlassen. Mutig, unabhängig und von hoher innerer Freiheit“, erklärte Intendant Willi Steul. Der Vorsitzende des Verwaltungsrates von Deutschlandfunk, ZDF-Intendant Thomas Bellut, betonte, Deutschland schulde Udo Reiter großen Dank. Er habe Deutschlandradio von der ersten Stunde an bis heute mit geprägt.

Reiter wurde in Lindau am Bodensee geboren. Er hatte die Aufnahmeprüfung zur Pilotenausbildung bei der Lufthansa bestanden, als er 1966 mit dem Auto auf Glatteis ins Rutschen kam und aus dem Wagen geschleudert wurde. Reiter war seither auf einen Rollstuhl angewiesen.
Sein Dasein als Rollstuhlfahrer hatte Reiter in seinem Buch „Gestatten, dass ich sitzen bleibe“ (Aufbau Verlag) reflektiert und dabei auch über ein selbstbestimmtes Leben und Sterben nachgedacht. Die Deutsche Gesellschaft für Humanes Sterben (DGHS), der Udo Reiter seit langem verbunden war, äußerte sich betroffen über seinen Tod. „Wir verlieren einen mutigen Mitstreiter für das Selbstbestimmungsrecht bis zum Lebensende“, erklärte Präsidentin Elke Baezner am Freitag in Berlin.

Reiter sei seit mehr als 17 Jahren mit der DGHS als Mitglied und im freundlichen Meinungsaustausch verbunden. So sei er auch in der aktuellen Kampagne der Gesellschaft „Für das Recht auf Letzte Hilfe“ als einer der prominenten und glaubhaftesten Unterstützer vertreten.
 Nach einem Volontariat machte Reiter beim Bayerischen Rundfunk  Karriere. 1983 übernahm er die Position des Chefredakteurs Hörfunk. 1986 folgte die Ernennung zum Hörfunkdirektor des BR. Auf Reiters Betreiben ging mit „B 5 aktuell“ 1991 in München der erste reine Nachrichtenkanal im deutschen Rundfunk auf Sendung.

dpa/lvz

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