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Medien & TV Deutsche Soldaten in Afghanistan können wieder „Tagesschau" sehen
Nachrichten Medien & TV Deutsche Soldaten in Afghanistan können wieder „Tagesschau" sehen
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09:39 22.12.2010
Aus Kostengründen hatte die ARD im Juli die Übertragungen nach Afghanistan abgeschaltet. Quelle: dpa
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„In einer Blitzaktion“ sei es gelungen, eine Sondervereinbarung mit dem Satelliten-Betreiber SES-Astra in Luxemburg abzuschließen, teilte der ARD-Vorsitzende Peter Boudgoust am Dienstag in Stuttgart mit. Damit könnten die Soldaten noch vor Weihnachten wieder das ARD-Programm empfangen, das bereits im Juni aus Kostengründen abgeschaltet worden war. „Wir hatten bereits geraume Zeit nach Lösungen für dieses komplexe juristische Problem gesucht“, sagte Boudgoust. Jetzt sei eine kostenneutrale Lösung gefunden worden.

Bundesverteidigungsminister Karl Theodor zu Guttenberg (CSU) begrüßte die Entscheidung. „Ich danke der ARD für diese unbürokratische Entscheidung“, sagte er der „Bild“-Zeitung (Mittwochausgabe). „So rückt unseren Soldaten im Einsatz die Heimat über die Festtage ein kleines Stück näher.“ Auch der Intendant des MDR, Udo Reiter, zeigte sich erleichtert: „Unsere Soldaten in Afghanistan sollten selbstverständlich Zugang zu möglichst vielen Fernsehsendungen aus der Heimat haben.“

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Zuvor hatten der Bundeswehrverband, der Wehrbeauftragte und mehrere Politiker die ARD für das Abschalten kritisiert. „Die ARD sendet ihr Programm nicht mehr, dafür aber ein sehr unschönes Signal an alle Menschen in der Bundeswehr“, sagte der stellvertretende Bundesvorsitzende der Soldatenvereinigung, Wolfgang Schmelzer, in Bonn. Der Ausstrahlungsstopp erschwere den essenziellen Kontakt der Truppe in die Heimat. Er zeigte sich optimistisch, dass die ARD ihr Vorgehen überdenken werde.

Der Wehrbeauftragte des Bundestages, Hellmut Königshaus (FDP), sagte der „Bild“-Zeitung (Dienstag): „Es ist ein Unding, wie die ARD mit unseren Soldatinnen und Soldaten in Afghanistan umgeht. Das ist nicht akzeptabel. Etwas Patriotismus würde einer öffentlich- rechtlichen Sendeanstalt schon gut tun.“ SPD-Fraktionschef Frank- Walter Steinmeier kritisierte in der „Bild“-Zeitung: „Das kann doch wohl nicht wahr sein, dass man den Soldaten im gefährlichen Auslandseinsatz das TV-Programm abdreht.“

Guttenberg hatte am Montag gesagt: „Die Soldaten wären sicher dankbar, wenn die ARD einige Sendeformate wie die Tagesschau oder regionale Sendungen zur Verfügung stellen könnte, damit wir diese ins Einsatzgebiet übertragen.“ Aus der CDU kam ebenfalls Unterstützung. Verteidigungsexperte Ernst-Reinhard Beck: „Die Soldaten zahlen ihre GEZ-Gebühren wie alle anderen auch. Es ist daher mehr als ärgerlich, dass sie aus Kostengründen vom Programm ausgeschlossen werden.

dpa

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